Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Einen Einblick in die Volksmedizin seiner engeren Heimat Oberkärntenverschafft uns Helmut Prasch mit einer lebendig geschriebenen Darstellungüber ,, Dünste, Säfte und Öle in der Volksmedizin( S. 371-386; 16 Abb.), dieuns die heilenden Kräfte dieser ,, natürlichen Medikamente" vor Augen führt. Inein Spezialgebiet der Bildstockforschung führt uns Emil Schnee-weis mit seinem beziehungsreichen Aufsatz Blitzschlagmarterln im Wald-viertel( S. 395-400; 8 Abb.), der den Elektrosicherheitsingenieur und JubilarFranz Maresch besonders freuen wird, ein Beitrag auch, der manchem volkskund-lich interessierten Wanderer Anregung sein wird, den Flurdenkmälern seinerHeimat größere Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Festschrift für Franz Maresch gehört, wie beispielsweise auch die Fest-schriften für Béla Gunda( Studia ethnographika et folkloristica, Debrecen 1971),Leopold Schmidt( Volkskunde, Fakten und Analysen, Wien 1972), Franz C. Lipp( Volkskunde, Mensch und Sachwelt, Wien 1978) und Wilhelm Hansen( Museumund Kulturgeschichte, Münster 1978) zum Kanon eines jeden Sachvolkskundlers,in die Hand eines jeden Heimatpflegers und in die Bibliothek eines jeden Heimat-museums, wegen der Grundsätzlichkeit vieler Beiträge nicht nur Österreichs,sondern des ganzen deutschen Sprachgebietes.

Helmut Sperber, München

Leopold Schmidt, Das alte Volksschauspiel des Burgenlandes.( Österreichische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Theater-geschichte Österreichs, Band VIII: Burgenland, Heft 1) Wien, Verlag derÖsterr. Akademie der Wissenschaften 1980; 358 Seiten, 15 Abb. auf Kunst-drucktafeln, 1 Farbbild. Preis: S 490,-.

Was hier als Studien über, das alte Volksschauspiel( VS) des Burgenlandes"innerhalb einer Theatergeschichte Österreichs als in sich geschlossener Band überBrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Spiel vorgelegt ist, weist schon in der geschmackvollen Außen-aufmachung durch ein Farbbild der Figuren der Weihnachtspiele von Oberufer beiPreẞburg, heute Slowakei, gezeichnet von H. Krabbe 1860, über den engerenBereich des heutigen, jüngsten Bundeslandes hinaus in eine weite westpannoni-sche Kulturlandschaft, die seit dem Ende des 1. Weltkrieges freilich von Grenzendurchzogen scheint, die nach dem 2. Weltkrieg zu schmerzlich scheidendenGrenzschneiden verschärft wurden. ¹)

¹) Eine geraffte Übersicht über das Stoffgebiet bedeutet der nach dem Bucherschienene Vortrag von Leopold Schmidt, Fortschritte der burgenländischenVolksschauspielforschung(= Mitteilungen des Instituts für Gegenwartsvolks-kunde, Nr. 7,= Anzeiger der Phil.- Hist. Klasse der Österreichischen Akademieder Wissenschaften, 117. Jg., Wien 1980, 20 Seiten).

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