Der Maler und Graphiker Oskar von Zaborsky- Wahlstätten hat sich in seinemLeben vielfach mit Volkskunst beschäftigt. Einen sicheren Ansatz zurquellenmäßigen Aufarbeitung von Sachgebieten hat er vor allem in Bayern gefun-den, wo er nicht nur lebende und museal gewordene Trachtenbestände aufnahm,sondern vor allem Trachtendarstellungen, nicht zuletzt auf Votivbildern, auswer-tete. Aus diesen vielen zeichnerischen Vorarbeiten ist sein Buch„, Die Tracht desBerchtesgadener Landes"( Wien 1943) ebenso entstanden wie seine Bücher überNiederbayern und den Bayerischen Wald. Die zwei Bände über Niederbayernwurden 1940/1941 vorgelegt, der Band über den Bayerischen und den Böhmerwalderst 1958. Alle drei Bände sind seit langem vergriffen, und es war sicherlich richtig,davon nun schöne, zweckentsprechende Neudrucke herzustellen. Das erste Werkwurde von zwei Bänden auf einen zusammengezogen, sachlich und umfangmäßigganz gerechtfertigt. Das zweite Werk, das die Tracht des Böhmerwaldes mitein-schließt, ist noch stärker historisch geworden als die anderen Veröffentlichungenvon Zaborsky- Wahlstätten, und quellenmäßig daher ganz besonders erwünscht. Dieeinheitlich erstellten Bände, in die soviel an Kenntnis und liebevoller Trachten-kunde eingearbeitet wurden, sind daher sehr zu begrüßen.
Leopold Schmidt
Paul Friedl, Himmel, erhalt uns das Bauernbrot. 120 Seiten, davon8 Farbtafeln, 30 Abb., alter Holzschnitte und Stiche(= Rosenheimer Raritä-ten), Rosenheim 1979, Rosenheimer Verlagshaus Alfred Förg. DM 19,80.
Eine liebenswürdige Gabe des mehr als siebenundsiebzigjährigen Paul Friedlaus Zwiesel im Bayerischen Wald. Das Büchlein bezieht sich nicht nur, wie der Titelglauben machen könnte, auf das Brot allein, sondern bringt eine kleine Brotge-schichte mit Ausführungen über das Brotgetreide, den Backofen, das Backgerät,ferner Brotformen und Brotsorten, geht dann zum Brot in der Volksheilkunde überund nimmt verhältnismäßig ausführlich zu den Gebildbroten Stellung. DieDarstellung verbleibt auch nicht, wie man glauben könnte, in Bayern, sondern greiftauf Österreich, auf die Schweiz, auf das Elsaß über, kurz, bietet in ihrem Rahmeneine gute, lesbare volkstümliche Darstellung des ganzen schönen Gebietes. Selbst-verständlich hält sie sich an gute Quellen, vor allem an Josef Blau für denBöhmerwald, aber auch an Max Währen für die Schweiz und für die Gebildbrote anErnst Burgstaller, dessen Bildtafeln aus seinen„, Brauchtumsgebäcken Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsgebäcken“ von 1957direkt nachgedruckt werden. Eine nette farbige Belebung stellen die guten Farb-aufnahmen einer brotbackenden Bäuerin von Foto Dirmeier in Regen dar. Durchdie Ausweitung des Textes auf Brotsagen, Broträtsel, Brotlieder erweist sich derBand sicherlich noch als besonders anregend.
Leopold Schmidt
Siegfried Seidl, Niederbayrische Bauernmöbel. Zwischen Isar und Inn,im Rott- und Vilstal. Aufnahmen von Toni Ott. Großformat, 148 Seiten,mit 182 schwarzweißen und 28 vierfarbigen Abbildungen. München 1929,Callwey- Verlag, DM 58,-.
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