Karl Ilg, Volk und Wissenschaft. Beiträge zur Volkskunde Westöster-reichs. Herausgegeben von Peter Stürz, Paul Rachbauer und MichaelBecker. Innsbruck 1979, Selbstverlag des Institutes für Volkskunde. 322Seiten, 1 Porträt.
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Karl Ilg, Ordinarius für Volkskunde an der Universität Innsbruck, ist 65Jahre alt geworden. Seine Mitarbeiter haben ihm zu diesem Anlaß eine sehr sinn-volle Festschrift überreicht, nämlich seine eigenen gesammelten Abhandlungen.26 Abhandlungen in 8 Gruppen, nämlich I. Grundsätzliches zu Theorie,Geschichte und Methode der Volkskunde; II. Sitte Brauch Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum;III. Haus und Hof: Volkstümliches Bauen und Wohnen in Tirol und Vorarlberg;IV. Die Walser in Vorarlberg; V. Rechtliche Volkskunde; VI. Nahrungsvolks-kunde- Arbeitervolkskunde- Volksmedizin; VII. Gerätekunde; VIII. Kleidung- Mode- Tracht. Ein kurzer Überblick über Leben und Werk des Jubilars istvorangestellt, ein Verzeichnis der Veröffentlichungen nachgesetzt. Ein sehrbrauchbarer Band also der das Werk Karl Ilgs überblicken läßt und die in ganzverschiedenen Zeitschriften erschienenen Einzelbeiträge zu einer„, Summa" seinesWirkens zusammenfaẞt.
Leopold Schmidt
Bernward Deneke, Volkskunst. Führer durch die volkskund-lichen Sammlungen( des Germanischen Nationalmuseums), München1979, Prestel- Verlag. DM 18,-.
Die reiche Volkskunstsammlung des Germanischen Nationalmuseums hateinen schönen Führer von der Hand ihres Betreuers, Bernward Deneke,bekommen. Das schmale, hochformatige Büchlein führt in 14 Abteilungen, von derTracht bis zum Hinterglasbild, 215 Objekte vor, von denen auch jedes abgebildet ist.Viele davon sogar in Farben, obwohl manchmal 3 Abbildungen auf einer Seitestehen. Deneke schildert in der Einleitung kurz die Geschichte der Sammlung, dieeigentlich rund um die große Trachtensammlung Oskar Kling aufgebaut werdenmußte. Es wuchsen zunächst die eingebauten Bauernstuben, und dann all dieanderen Sachgebiete dazu, die süddeutschen, bayerischen und österreichischen;die aus dem Bereich der„, Religiösen Volkskunst“ ganz zuletzt. Jeder Sammlungs-leiter hat aus seinem Sonderinteressengebiet beigesteuert, besonders der leiderschon längst verstorbene Erich Meyer- Heisig für die Textilien und die Keramik. Mitdem Ankauf der Sammlung Richter sind Votivgaben und Votivtafeln in das Nürn-berger Museum gewandert, die seiner früheren Konzeption entsprechend dorteigentlich gar nicht hätten vertreten sein sollen. Aber im Lauf der Zeit sind denprachtvollen norddeutschen Schmuckstücken eben doch bayerische und tirolischeMasken zur Seite getreten, und zu den Spanschachteln haben sich gelegentlich aucheinmal Kärntner Bienenstockstirnbrettchen hinzugesellt. Jedes Stück dieser sehrqualitätvollen Sammlung ist gut erläutert, genau beschriftet und durch dieAbbildung auch für den zunächst flüchtigeren Besucher sicherlich einprägsam
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