Volkskundliche Lehrtagung in Burgeis im Vintschgau
In der Zeit vom 3. bis 8. September 1979 fand auf der Fürstenburg in Burgeisim oberen Vintschgau eine Fortbildungswoche für Südtiroler Volksschullehrerin-nen und Volksschullehrer statt. Die Tagung stand unter dem Generalthema,, Gegenwartsbezogene Volks- und Heimatkunde für Südtirol- Volkskunde undSchule". Sie wurde vom Katholischen Südtiroler Lehrerbund und vom SüdtirolerKulturinstitut in Zusammenarbeit mit dem Institut für Volkskunde( Europ. Ethno-logie) an der Universität Innsbruck veranstaltet. Die wissenschaftliche Leitung undVerantwortung lag in den Händen des Vorstandes des Institutes für Volkskunde( Europ. Ethnologie), Univ.- Prof. Dr. Karl Ilg. Die rund 80 Teilnehmer aus allenLandesteilen Südtirols wurden vom Schulamtsleiter Dr. David Kofler, demPräsidenten des Katholischen Lehrerbundes, Dr. Peter Kollmann, vonDr. Marjan Cescutti als Vertreter des Südtiroler Kulturinstitutes und vomTagungsleiter, Univ.- Prof. Dr. Karl Ilg, begrüßt und willkommen geheißen. ImLaufe der Vortragswoche sprachen( hier in alphabetischer Reihenfolge angeführt)folgende Referenten zu den Themen: Stud. phil. Agnes Egger( Bozen) zu ,, Seitwann, wie, warum Tracht in Südtirol?", Dr. Richard Furggler( St. Johann/Ahrntal) zu„ Schuldidaktische Möglichkeiten und Volkskunde“, Dr. HansGrießmair( Bozen- Brixen) zu ,, Sinn und Nutzen eines Volkskunde- Museums;Aufgaben für die Lehrerschaft", Dr. Alfred Gruber( Dorf Tirol) zu ,, Sage undMärchen im Schulunterricht heute", Univ.- Prof. Dr. Karl Ilg( Innsbruck) zu ,, DieVolkskunde in der Gegenwart Entwicklung und Problematik“,„ Die Siedlungs-weise Ausdruck eines Volkes“,„ Volkstümliches Bauen und Wohnen in denAlpenländern Heutige Aufgaben“, Dr. Helmut Krajicek( Linz) zu,, Volkstanz zur Freude und Förderung der Gemeinschaft“, Dr. Egon Kühe-bacher( Bozen- Innichen) zu„ Warum Pflege der Muttersprache" und Univ.-Ass. Dr. Peter Stürz( Innsbruck) zu„ Hat Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum heute noch einen Sinn?Grundsätzliches zu Sitte und Brauch in volkskundlicher Sicht". Um das in denVorträgen über Haus- und Siedlungskunde theoretisch Gehörte zu veranschau-lichen und praktisch vor Augen zu führen, führte Prof. Ilg die Tagungsteilnehmerin Exkursionen nach Burgeis, Planeil und in das Ackerbürgerstädtchen Glurns. DieExkursion in das Ultental sollte u. a. ebenfalls die gegensätzlichen Siedlungs-,Haus- und Hofformen gegenständlich aufzeigen: im oberen Vintschgau dietypische, eng verbaute Massendorf- Siedlung mit Durchfahrtshöfen und vorherr-schender Steinbauweise, im Ultental die typische Streu- bzw. Einzelhofsiedlungmit Paarhöfen und vorherrschender Holzbauweise. In St. Nikolaus in Ulten hattendie Exkursionsteilnehmer dann Gelegenheit, unter der Führung des Museums-gründers und Präsidenten des Museumsvereines, Herrn Schulleiter GottfriedOberthaler, das„ Ultner Talmuseum"( es ist im örtlich versetzten, altenVolksschulhaus untergebracht) mit der beachtlichen Sammlung von bäuerlichemKulturgut gründlich kennenzulernen.
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Die Veranstaltungen des gesellschaftlichen Rahmen- bzw. Abendprogrammeswurden von den Tagungsteilnehmern mit Interesse besucht. So gelang es Dr. Hel-mut Krajicek an einem Abend, sehr erfolgreich eine Reihe von Volkstänzeneinzustudieren. Beim geselligen Beisammensein mit Volkstanzübungen konntensich die Tagungsteilnehmer aus allen Landesteilen Südtirols untereinander kennen-
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