Jahrgang 
84 (1981) / N.S. 35
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Gislind M. Ritz, Alte bemalte Bauernmöbel, Europa. Aufnahmen HelgaSchmidt- Glassner, Großformat 235 Seiten, mit 313, zum Teil farbigen Abb.3. Aufl. München 1980, Verlag Callwey.

Franz Colleselli, Tiroler Bauernmöbel. Großformat, 23 Seiten, unpag. Abb., zumTeil farbig, auf Tafeln, unpag. Anhang mit Werkzeichnungen. 5. Aufl. Innsbruck1980, Tyrolia- Verlag. S 480,-

Die bemalten Bauernmöbel" haben der Volkskunde in Sammler- und Kenner-kreisen mehr Beachtung eingetragen als die meisten anderen Gebiete der Volkskunst.Die Museen haben nunmehr die meisten Gebiete wenigstens in Proben erfaßt, dielandschaftliche Forschung hat so manchen Möbelbemaler, ja auch ganze Schulen undGruppen davon, feststellen können. Es ist also begreiflich, daß die Verlage ihre gutenMöbelbücher in Neuauflagen herausbringen, die zum Teil erweitert und meist durch guteFarbbilder bereichert erscheinen.

Das gute Buch der, Bemalten Bauernmöbel- Europa" ist schon in 3. Auflage jetztgreifbar. Sammlerische Vorarbeiten dafür hat Margarete Baur- Heinhold geliefert,so manche Gebiete wurden dank der Vorarbeit so mancher Museen neu erfaßt und zumTeil auch in neuen Textabschnitten neu gewürdigt. Kleine zusammenfassende Kapitel,etwa über die Alpenländer, erläutern den Bestand nach dem gegenwärtigen For-schungsstand in sehr erwünschter Weise. Der erläuternde Eifer geht dabei so weit, daßmanches Stück, so das steirische Wandkästchen mit der Schneckenpost" zweimalabgebildet erscheint, nämlich S. 132 und S. 170/237.

Der Bildband über die Tiroler Möbel ist dagegen bei weitem wortloser. Es sind imwesentlichen die schönen Stücke des Tiroler Volkskunstmuseums, die sich größtenteilsschon Jahrzehnte dort befinden und deren Gruppen hauptsächlich von Josef Ringlerbearbeitet wurden. Darauf beruht der Text des nun auch schon dahingegangenen FranzColleselli, den der neue Direktor des Museums, Hans Gschnitzer, im wesentlichenunverändert herausgibt. Die reiche Bilddokumentation einschließlich der gezeichnetenDetailskizzen ist sehr begrüßenswert.

Leopold Schmidt

Kurt Muthspiel, Alpenländische Volkslieder. 184 alpenländische Lieder ausÖsterreich, Bayern und Südtirol. Für gemischten Chor oder andere Besetzungen.169 Seiten. Graz 1980, Verlag Styria. S 148,-

Eine liebenswürdige Sammlung von auf vielen steirischen Singwochen erprobtenalpenländischen Liedern. Keine wissenschaftliche Sammlung: Weil es ein Buch für diepraktische Volksliedarbeit werden sollte, wurde bewußt von wissenschaftlichen Detailsund Quellenangaben abgesehen.( S. 5). Das ist natürlich schade, denn die Mitteilungvon Ergebnissen der Volksliedforschung hat wohl auch Singwochenteilnehmern noch niegeschadet, und die Herkunftsangaben sollten eigentlich nie fehlen. Mancher Interessentoder auch künftige Sammler würde sich leichter tun.

Leopold Schmidt

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