zur Zeit besonders zeugungsfähigs). Als Gegenstück dazu treten dieVeranstalter von Rundfragen auf, die unbedingt wissen wollen, ob man,, das bäuerliche Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum" eigentlich wirklich pflegen solle. AlleHinweise, daß man doch genauer sagen müsse, was man im einzelnenmeine, das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum des Warzenabbetens etwa oder jenes desMaibaumstehlens, das von den Bezirksrichtern auf eine entsprechendeAnzeige hin unnachsichtig geahndet werden muß6), alle derartigenHinweise bleiben erfolglos. So zieht man sich auf eine höhere Wartezurück, sagt, daß die Volkskunde wie jede andere Geisteswissenschaftbeobachtende Funktion habe und nicht in den Ablauf der Erscheinun-gen eingreifen dürfe. Das befriedigt dann unter Umständen wiedernicht den einen oder anderen Fachkollegen, der sich just das Einklei-den von dörflichen Musikkapellen in mehr oder minder erfundene, Trachten“ zum Ziel gesetzt hat.
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Man legt also unter Umständen doch etwas resigniert den Hörerweg und wendet sich dem Posteinlauf zu. Wieder drei neue Sagen-sammlungen erschienen, erstaunlich, daß sich immer noch Schreiber,Verleger und Leser dafür finden. Schreiber? Ach, allzu oft nurAbschreiber. Und man muß von Glück dabei sagen, wenn sie nichtnoch die wildesten nordisch- germanischen Erklärungen zu ihrenGeschichten mit abdrucken. Von einer Sagenforschung der Gegenwarthaben sie nie etwas gehört, irgendeine moderne Einteilung oder garKatalogisierung ist ihnen fremd). Eine ,, Literatur" neben der Literaturhäuft sich da an, nicht Belletristik und nicht Wissenschaft, nur zu häufigaber auf das Konto der Volkskunde gebucht.
5) Hans Moser, Vom Folklorismus in unserer Zeit( Zeitschrift für Volkskunde,Bd. 58, Stuttgart 1962, S. 177 ff:).
Derselbe, Der Folklorismus als Forschungsproblem der Volkskunde( HessischeBlätter für Volkskunde, Bd. 55, 1964, S. 9 ff.).
Wolfgang Brückner, Vereinswesen und Folklorismus. Eine Bestandsaufnahmein Südhessen( in: Populus revisus. Beiträge zur Erforschung der Gegenwart, hg.Hermann Bausinger, Volksleben, Bd. 14, Tübingen 1966, S. 77 ff.).
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6) Ernst Burgstaller, Volksbräuche vor Gericht( Bericht über den 7. Öster-reichischen Historikertag in Eisenstadt. Wien 1963, S. 174 ff.).
7) Leopold Schmidt, Vor einer neuen Ära der Sagenforschung( Österr.Zeitschrift für Volkskunde, Bd. XIX/ 68, 1965, S. 53 ff.).
Wiederabgedruckt in: Vergleichende Sagenforschung, Hg. Leander PetzoldtWege der Forschung Bd. CLII). Darmstadt 1969, S. 348 ff.
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