Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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wegs so, daß sich Niko Kuret, weltoffen in allen Anschauungen und seinen zahl-reichen wissenschaftlichen Werken dies auch bekundend, etwa auf das sloweni-sche Erbe innerhalb der abendländischen Glossar ::: zum Glossareintrag  abendländischen, zumal von Tirol wie auch von Italien( vgl. Angelo Stefanucci, Storia del Presepio, Rom 1944 und weltweite Krip-penpropaganda durch ihn!) so sehr geförderte Krippenbewegung beschränkt hät-te. Er stellt das Phänomen Krippe" so wie Rudolf Berliner in den gesamten eu-ropäischen Bilderkreis der Weihnachtsdarstellungen, auch für Slowenien schon inden Wandmalereien der( einstmals untersteirischen) Benediktiner- Abtei Ober-burg, heute Gornji grad, im 13. Jhdt., bald darauf um 1300 zu Untermauten,Vrzdenec bei Spodnja Muta im untersteirischen Drautale kennzeichnend ausge-prägt, hier wiederum mit allen kunsthistorisch wünschenswerten Daten versehen,auch abgebildet.

Die Fragen nach der kirchlich- pastoralen wie der laienfromm- volkskundlichenBedeutung der Krippe, nach ihren Denkmälern außerhalb Sloweniens und denKirchenkrippen dieses Landes, nach den Haus-( ,, Familien"-) Krippen in der Ver-schiedenheit der Bedingungen und Vorbilder für Stadt und Land, nach ihrerVerbindlichkeit", wie wir mit Hanns Korens glücklich geprägtem Begriff sagensollten für das Volk", nach dem Fortleben der slowenischen Krippenbewegungnach dem Zweiten Weltkriege unter so sehr veränderten Verhältnissen des öffent-lichen und gesellschaftlichen Lebens in der Trennung von Kirche, Religion undStaat, nach einzelnen, vom Ausland her wirkenden, im Lande selbst unter ver-schiedenen Einwirkungen zu in sich stark variierenden Stilformen arbeitendenKrippen- Werkstätten: sie alle bilden jeweils ein Kapitel in diesem reich mit über-greifender, das Lokale in weite Bezüge stellenden Buche. Das alles ist klar undmit oft überraschenden Ergebnissen wie z. B. der landschaftlich innerhalb desSiedlungsraumes der Slowenen festgestellten Unterschiedlichkeit in der Verbrei-tungsdichte oder dem bis 1900 und noch länger völlig Fehlenden an Krippenbele-gen und der Wechselwirkung zwischen dem Phänomen Krippe und dem Grün-schmuck zur Mittwinter- Weihnachtszeit aufgegliedert.

Immerhin: zu den Traditions- und Motivations- Landschaften Bayern, Tirol undItalien stellt sich nun nach den bisher vorliegenden Regional- Untersuchungenauch das alte Innerösterreich als eine ganz deutlich, nicht nur in solchen Einzel-beispielen überraschend in sich trotz der Verschiedenheit der ethnischen Überlie-ferungsträger, der Slowenen wie der Deutschen, in vielem eng mit der RomaniaFriauls und des Veneto verbunden, eigenartig einheitlich" ausgeprägte Kultur-landschaft. So ist denn auch dieses Geschichte und Gegenwart umspannendeWerk von Niko Kuret wiederum ein höchst willkommener Beitrag zur Kenntnisder Volkskultur unseres slowenischen Nachbarvolkes, des Mehrvölker- Lebensrau-mes der Südostalpen wie auch ein gewichtiger Beitrag zu einer immer als Fernzielvor uns stehenden Ethnologia europaea.

Leopold Kretzenbacher

Maria Hellstern, Erika Bachmann, Susi und Simba kommen zur Krippe.Kinderweihnacht mit kleinen Tieren. Freiburg- Basel- Wien, Herder Verlag1981. Geb., nicht paginiert, 40 Seiten, 35 Abb.

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