Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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von Byzanz in Sparten wie Kirche, Theologie und geistliches Leben, über,, Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind" mit köstlichen Mirakelgeschichten,über Das Leben der Mönche mit kritischen Stellen zum Breitgestreuten derOriginalberichte zwischen den Aussprüchen der Wüsten- und Athos- Asketen undden Nutznießern solcher Art Gesichertheit im klösterlichen Leben, das sich-verständlicherweise bei der Vielfalt geistlicher( übrigens auf dem Athos heutenoch unglaublich stark voneinander unterschiedener) Formen des idiorhythmi-schen oder des koinobitischen Lebens in Klöstern, Mönchsdörfern, Kellien, Ein-siedeleien spiegelt. Ein für den Volkskundler besonders köstliches Kapitel ist je-nes der Direktaussagen zum Alltag( S. 339-378), das auch manches täglich imErbbereich von Byzanz unter den heutigen Südostvölkern abfragbare Sprichwortals Erfahrungsweisheit und Lebenshilfe enthält. An das erstaunlich sparsam Aus-gesprochene der Liebesdichtung" schließt sich zum Zitatennachweis ein Registerder byzantinischen Namen, Begriffe, Persönlichkeiten, Rangbezeichnungen, Ma-Be usw., die dem Leser der übersetzten Quellen genauere Hinweise geben, ihnverleiten können, eben auch als Volkskundler sich dem gleichsam für eine Ethno-logia Europaea unverzichtbaren Bereich der nachwirkenden Lebensformen vonByzanz zu nähern. Bedient man sich solcher und von der Gesamt- Byzantinistikreichlich dargebotener Hilfsmittel, eine unter den Volkskundlern unverkennbare,, Schwellenangst vor Byzanz und seinen Folgen, seinem Erbe zu überwinden,darf man reichen Lohnes in erweitertem Wissen und Verstehen der Regionalkul-turen unserer abendländischen Glossar ::: zum Glossareintrag  abendländischen Vielfalt gewiß sein.

Leopold Kretzenbacher

Claude Lecouteux, Les monstres dans la littérature allemande du moyen- âge.Contribution à l'étude du merveilleux médiéval. Kümmerle Verlag, Göppingen1982.- 3 Bände: 346, 272, 51 S.( Mit zahlreichen Abbildungen im Text.)Die Welt des Ungewöhnlichen, Extraordinären und Wunderbaren gibt einemgroßen Teil der deutschen Literatur des Mittelalters ihr Gepräge. Die Bibliogra-phie( Bd. 2, S. 245-268) vermittelt einen Eindruck, wie groß das Einzugsgebietdes Themen- und Motivkreises ist, und aus welchen Quellen die verschiedenenVorstellungen und ihre Umsetzung in die Darstellung stammen.

Das vorliegende Werk ist wie die anderen Studien von Lecouteux mit Akribieund großer Sachkunde geschrieben und erweist sich gerade auch für die Volks-kunde als eine Fundgrube besonderer Art.

Der 1. Band beginnt mit einer Analyse der Begriffe und der Vorstellungen desMonster- Komplexes. In fünf Kapiteln werden dann die wichtigsten Erscheinungs-formen vorgestellt: der wilde" Mann Glossar ::: zum Glossareintrag  Mann, die Riesen, die Zwerge, monströsemenschliche Wesen und tierische Abnormitäten.

In einem zweiten Abschnitt verweist Lecouteux auf die verschiedenen Quellender Mythologie, kirchlicher und volkstümlicher Vorstellungsarten.

Ein dritter Teil ist dem Umsetzen in die literarische Darstellung gewidmet. Der2. Band bringt ein Dictionnaire", eine Art alphabetisches Lexikon der Monster,geteilt nach anthropomorphen und zoomorphen Phänomenen. Von den, Acepha-les"( Kopflosen) reicht die Serie bis zu den Werwölfen und umfaßt dabei die

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