Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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elitär" Fühlenden in der Minderheit bleiben. Aber es bedeutet eine für Außen-stehende kaum vorstellbare Arbeitsbelastung der Museumsbesatzung, im eigenenHause in der Laudongasse auf Glanz zu bleiben, im einstigen Wiener Ursulinen-kloster, in Kittsee, in Raabs, in Mattersburg zusammen mit der ÖsterreichischenAkademie der Wissenschaften, auf Schloß Gobelsburg mit dem ZisterzienserstiftZwettl auf der Höhe zu bleiben, überall zu restaurieren, zu inventarisieren, zuüberprüfen, was in Jahrzehnten der Fülle kaum bewältigt hereingekommen war,neu zu katalogisieren und wissenschaftlich zu bestimmen, ja oft neu zu erarbeitenunter gewandelten Kriterien dessen, was uns heute als Volkskultur" zumeist dervorindustriellen Gesellschaft und in so vielen Bereichen außerdeutscher Sprachenund Kulturen der alten Donaumonarchie und- von Anfang an seit Michael undArtur Haberlandt mit der Blickrichtung auf eine Ethnologia Europaea als, Ver-gleichender Volkskunde"- mit Staunen und Dank erfüllt. Wird es doch alles ausüberreichen Depotbeständen geholt, überprüft, restauriert, aufgestellt, beschrif-tet, ehe dann ein so kleiner", aber sehr klug führender Katalog" eine Teilschauüber Volkskundliches aus Italien" dem Besucher zusätzlich mit Sachbezeich-nung, Kurzbeschreibung und den Maßen, mit Literaturhinweisen und was oftso schwierig nachzuweisen ist mit vielen nur regional für Sizilien, Sardinien, dieCampagna oder Friaul und das Veneto gültigen Mundartbezeichnungen ermög-licht. Hier hat eine junge Kollegin, Frau Dr. Gudrun Hempel, im Katalog samtihrer Einführung in die Geschichte der Museumssammler aus Beruf oder Neigung( Vater und Sohn Haberlandt, Rudolf Trebitsch, Eugenie Goldstern, Emme-rich Prettenhofer) Wertvolles im Nachgang zur Einführung von Klaus Beitl ge-leistet. Die Ausstellung wird wieder abgeräumt, sorgsam in den Depots verstaut.Was aber bleibt, das ist die wissenschaftliche Erschließung, der Katalog. Die Rei-he ist lang, hier um ein besonders dankenswertes Stück musealer Leistung ver-mehrt.

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Leopold Kretzenbacher

Schwäbische Familie. Beiträge zur Volkskunde der Banater Deutschen. Heraus-gegeben von Hans Gehl, Temeswar, Facla Verlag, 1981.

Im Rahmen der Aufarbeitung der Volkskunde der Banater erschienen in Te-meswar neue Beiträge, herausgegeben von Hans Gehl. Dieser 4. Band mit demTitel Schwäbische Familie" gliedert sich in die Abschnitte: Wirtschaftszweige"und, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum und Volkskunst" und behandelt folgende Themen: Nebenzweigeder Landwirtschaft( Hans Gehl), Volksnahrung im Wandel der Zeit( Karl EugenReb), Entwicklung des schwäbischen Hauses( Erich Lammert), Vom Hand-werk zur Industrie in Jimbolia( Thomas Breier), Metallwesen in Reschitza im18. Jahrhundert( Costin Feneşan), Frühlingsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Frühlingsbrauchtum der Deutschböhmen imBanater Bergland( Hans Klein), Mehrsprachiges Banater Volksgut( WaltherKonschitzky), Banater Erbschaftsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Erbschaftsbrauchtum( Luzian Geier), SchwäbischeDorfmusik( Luzian Geier), Banater Chortätigkeit( Erwin Lessl), Volksmotivein der Malerei der Banater Schwaben( Annemarie Podlipny- Hehn).

Was an der traditionellen Kultur dieses Gebietes besticht, ist die offenbar ge-glückte Verquickung von schon vorhandenen Elementen mit neu dazugekomme-nen etwa beim Hausbau oder in den mehrsprachigen Liedern, wie sie sich in

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