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85 (1982) / N.S. 36
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Die Volksmission der Bettelorden hatte wohl auch darüberhinaus noch besondere Bedeutung. Die Franziskaner vermittel-ten offenbar nicht nur ihre Ordenslegenden, sondern waren auchdie Weitererzähler von Sagen, die an sich stark internationalenCharakter tragen mochten, am stärksten und sogar lokalisiertdoch in Italien weitergegeben wurden, und erst von dort aus auchihre Geltung und Weitergestaltung in deutschen Landen erlang-ten. Das gilt wahrscheinlich für die Sagen von Pilatus, dem unge-rechten Landpfleger, ebenso wie für Ahasver, den ewigen Juden,und auch für den Tannhäuser, so sehr dieser persönlich in Öster-reich angesiedelt sein mochte. 21) Sein Venusberg lag eben doch,wie sehr gern erzählt wurde, in Italien. 22)

Motive der ritterlichen Welt

Wenn man im Spätmittelalter vom Tannhäuser sang, dannwußte man ihn in der ritterlichen Welt behaust, als einen Mit-kämpfer beim sagenhaften Streit der Minnesänger auf der Wart-burg, also in Kreisen, die für die Volkserzählung von den völligsagenhaften Zirkeln der Artusritter nicht weit entfernt waren.Gerade in diesen Kreisen wußte man aber zumindest im 13. und14. Jahrhundert noch den Heiligen von Assisi. Der von seinemVater bemerkenswerterweise als Francesco" im Sinn des franzö-sischen Rittertums bezeichnete bürgerliche Kaufmannssohn istdoch zum größten christlichen Ritter geworden und hat sichund seine ersten Gefährten auch in diesem Sinn verstanden.)Sein Ordensbruder Leo, einer der wichtigsten Zeugen seiner Re-den und Taten, hat einen Ausspruch des Heiligen festgehalten,der dies ganz deutlich bekundet. Franziskus sagte nämlich vonseinen ersten Gefährten Isti sunt fratres mei milites tabulae ro-tundae", und das heißt zweifellos und deutlich: Das sind meine( echten) Brüder, die Ritter von der Tafelrunde." Franz hatdoch wohl den Ausdruck tabula rotunda absichtlich gewählt, erhat die Bedeutung des Tisches der Gralsritterschaft gekannt. 24)Geistliche Gralsritter also sollten seine Ordensbrüder sein: DerGedanke lag dem Zeitalter durchaus nicht fern, und so mancheMenschen seiner Zeit haben sich wohl gerade deshalb zu demHeiligen und seinem Orden hingezogen gefühlt.

Das geht beispielsweise doch daraus hervor, daß der ersteHabsburger auf dem deutschen Königsthron, Rudolf I., sich sehrweitgehend den Bettelmönchen näherte. Man hat ihn direkt alseinen, franziskanischen König angesprochen, in seiner ganzen

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