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88 (1985) / N.S. 39
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der anderen Seite, die zu seiner Zubereitung und seinem Genuß notwendigen Gerät-schaften und natürlich die technische Entwicklung der Kaffeemühle und ihre Her-steller.

Der Techniker Dietrich Samrowski plant ein großes Werk über die Kaffeemühle,das noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird, und hat sich daher entschlossen,einen Teil seiner Arbeit- die Grundlagen- voraus zu veröffentlichen bzw. in ver-vielfältigten Exemplaren allen Interessierten zugänglich zu machen.( Die Adressedes Verfassers: Dietrich Samrowski, Grünwalder Straße 47, D- 8000 München 90.)Mit außerordentlicher Akribie hat der Autor vielerlei Quellen zur Geschichte desKaffees und der Handmühlen zusammengetragen und gesichtet, wobei die Auswer-tung der Patente hervorzuheben ist. Interessant ist auch der Nachweis, daß ein frü-her Hinweis auf das Mahlen von Kaffee aus einem Briefwechsel von 1637, der in dergesamten weiteren Literatur erwähnt wird, aus einem humoristischen Blatt um 1800stammt. Dieser Brief wird übrigens auch von Elisabeth Walderdorff als authentischeQuelle zitiert.

In seinem wissenschaftlichen Wert läßt sich die Arbeit Samrowskis kaum mit demBuch Elisabeth Walderdorffs vergleichen, das aber trotzdem seinem Anspruchgerecht wird, Sammlern und Liebhabern alter Kaffeemühlen einen Überblick zu bie-ten über die Geschichte des Kaffees und der Mühle und zudem durch sein reichesAnschauungsmaterial eine Hilfe bei der Bestimmung eigener Sammelobjekte sein

wird.

Eva Kausel

Christa Pieske, Das ABC des Luxuspapiers. Herstellung, Verarbeitung undGebrauch 1860 bis 1930. Unter Mitarbeit von Konrad Vanja und anderen(= Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde Berlin- Staatliche MuseenPreußischer Kulturbesitz, Band 9). Berlin 1983, 377 Seiten.

Der von Christa Pieske zur gleichnamigen Ausstellung( Berlin 24. 7. 1983 bis27. 2. 1984) veröffentlichte Katalog kann vor allem als umfassendes Handbuch undSpeziallexikon betrachtet werden. Der wesentliche Teil des Bandes ist als Lexikondes Luxuspapieres angelegt und gleichzeitig als Katalog benützbar. Vom Abziehbildbis zum Wabenpapier sind Fach- und Handelsbezeichnungen sowie volkstümlichverwendete Begriffe alphabetisch gereiht und bearbeitet( Objektbeschreibung:Geschichte Funktion- Herstellung Hersteller- Sammlungen- Quellen und

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Literatur). So ergibt jeder dieser Punkte zumindest eine umfassende Erstinforma-tion und alle nötigen Hinweise zu einer weiteren Beschäftigung mit der Materie.Häufig aber erweisen sich diese Schlagworterläuterungen als ausführliche Kleinab-handlungen. Eine reiche Bibliographie zum Thema( von Maria Becker und UrsulaStiehler), ein Verzeichnis der Hersteller- und Verlegerkataloge und Firmenfest-schriften( von Joachim Seidel und Konrad Vanja) sowie ein geographisch geordnetesFirmenregister( von Maria Becker, Regine Falkenberg und Christa Pieske) weitendas Informationsangebot aus.

Der Katalogtext von Christa Pieske lotet das Thema voll aus. Von der Begriffab-klärung ausgehend, beleuchtet sie die handwerklich hergestellten Vorbilder inVolks- und Gebrauchskunst und gelangt dadurch zu Verwendungszweck und Käu-ferschicht. Die technischen und wirtschaftlichen Hintergründe für die maschinelle

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