Volume 
88 (1985) / N.S. 39
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Die Schwäche des Bandes liegt darin, daß die Aufnahmen nicht aus dem Volks-leben gegriffen sind, sondern daß man in Gruppen und Posen inszeniert" hat. DieVorliebe für theatralische Effekte liegt zwar dem Mediterranen, aber hier ist desGuten entschieden zuviel getan. Einzelne Aufnahmen wirken, als posierten Manne-quins auf einer Modenschau; nur wenige Aufnahmen vermitteln unmittelbaren undspontanen Bezug zur Umwelt und zum volkstümlichen Leben oder Brauchtum Glossary ::: show glossary-entry  Brauchtum.

Die Stärke liegt neben der fotomechanischen Präzision in der verläßlichen Aus-wahl, im Verzicht auf geschmackliche Entgleisungen, die sich bei manchen sardi-schen Trachten bereits vor 25 Jahren haben beobachten lassen, sowie im Vorwortder Leiterin des Volkskunde- Instituts an der Universität Cagliari, Enrica Delitala.Es enthält sowohl einen historischen Rückblick und erschließt jene Quellen überVolkstrachten, die in alten Reiseberichten( bis zurück ins 18. Jh.) verborgen liegen.Darüber hinaus analysiert es die typischen Eigenheiten der sardischen Tracht, deutetQuerverbindungen und verweist in einer bibliographischen Zusammenstellung aufdas einschlägige Schrifttum.

Wertvoll ist desgleichen ein siebenseitiges Glossar von Candido Manca, das nichtnur die verschiedenen Bezeichnungen der einzelnen Kleidungsstücke enthält,sondern auch auf die in den einzelnen Ortschaften oft stark abweichenden Terminiverweist.

Zu kurz kommt in diesem Werk wie häufig in Trachtenbüchern- das weiblicheSchuhwerk, bei dem freilich am seltensten alte Modelle getragen werden, währendbei den Männern sich der Typus der Stiefel kaum verändert hat.

Felix Karlinger

Václav Frolec( Hrsg.), Svatební obřad. Současný stav a proměny( Hoch-zeitszeremonie. Gegenwärtiger Stand und Veränderungen)(= Lidová kultura asoučasnost/ Volkskultur und Gegenwart, Bd. 9), Brünn, Verlag Blok, 1983,318 Seiten, 62 Abb., deutsche, englische und russische Zusammenfassung.Das Hochzeitsbrauchtum Glossary ::: show glossary-entry  Hochzeitsbrauchtum gehört in der Tschechoslowakei von Anbeginn zu denbeliebtesten Themen der volkskundlichen Forschung. Die überwiegende Anzahlälterer Arbeiten, die sich nur auf äußerliche Beschreibungen festlicher Hochzeits-ereignisse auf dem Lande beschränkten, entspricht jedoch nicht mehr den Ansprü-chen der heutigen Volkskunde. Der neunte Band der Brünner Editionsreihe ,, Volks-kultur und Gegenwart" versucht, sich mit dieser Problematik neu auseinanderzuset-zen. Die meisten der 36 veröffentlichten Referate befassen sich mit dem heutigenStand der Hochzeitszeremonie oder einzelnen Erscheinungen in verschiedenen tra-ditionellen ethnographischen Regionen hauptsächlich Mährens und der Slowakei,aber auch in den nach dem Zweiten Weltkrieg neu besiedelten Grenzgebieten( E. Večerková- Südmähren, A. Sulitka- Nordmähren), weniger schon im städti-schen Milieu( V. Šepláková- Brünn, P. Salner- Preßburg); über die Hochzeit inPolen berichten zwei Referate von K. Kwaśniewiczova und A. Szyferova, über,, Hochzeitsspeisen und-getränke in Ungarn" E. Bödi.

Das reiche Material beweist, daß diese Problematik immer noch zu den reizvoll-sten, aber auch kompliziertesten Themen gehört, besonders dann, wenn man allge-meine Schlüsse bei der Analyse der heutigen Hochzeitszeremonie ziehen will, für

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