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Geburt, Patenschaft, Familienleben und Beziehungen in der Familie, Nachbar-schaftsbeziehungen)- V. Frolec, J. Pavlíková, S. Přadkova; IX. Brauchtum Glossary ::: show glossary-entry Brauchtum desJahreszyklus V. Frolec; X. Religion im Leben der Einwohner- J. Gabriel,I. Holý; XI. Eltern und Schule- M. Přadka; XII. Sprache für Alltagskommunika-tion und offizielle Verständigung – M. Krčmová, J. Chaloupek; XIII. Volkstüm-liches Erzählen V. Beneš; XIV. Liederrepertoire und Interesse an MusikD. Holý, M. Stědroň, S. Tesař; XV. Freizeit der Einwohner- P. Pacl; XVI. Bezie-hung der Einwohner zur Landschaft- H. Librová; Exkurs- Wochenendhäus-chenkult als Teil der kulturellen Wandlungen im südmährischen Grenzgebiet- H.Librová. Als Anhang in der Beilage 1 bis 16 sind die Fragebogen zu den einzelnenProblemkreisen beigefügt.
Die Monographie, von V. Frolec redaktionell bearbeitet, ist die erste Publikationdieser Art, die sich interdisziplinär mit der Problematik eines neubesiedelten Grenz-dorfes auseinandersetzt. Sie verwirklicht somit auch viele theoretische und metho-dologische Überlegungen, die bisher für die Dorfforschung gefordert resp. an klei-neren Projekten schon erprobt wurden.
Vera Mayer
Karl Baumgarten, Das deutsche Bauernhaus. Eine Einführung in seineGeschichte vom 9. bis zum 19. Jahrhundert. Neumünster, Karl- Wachholtz- Ver-lag, 1980, 200 Seiten, 83 Abbildungen( Zeichnungen).
Der schmale Band aus der Feder des führenden ostdeutschen Hausforschers KarlBaumgarten( Rostock) bringt- anders als Konrad Bedals Einführung in die„, Histo-rische Hausforschung" und in deren Aufgabenstellung einen Überblick über diewichtigsten Bauernhausformen und deren historische Schichtung vom Frühmittelal-ter bis zum ,, Vorabend der industriellen Revolution" im 19. Jahrhundert innerhalbder Grenzen des Reiches zu dieser Zeit. In seiner gerafften, aber doch fundiertenDarstellung und in der Art der Stoffbewältigung ist das Buch von Baumgartenimmerhin ein neuer und interessanter Ansatz, besonders wenn man es mit einemDutzend Vorgängern ähnlichen Titels vergleicht, die seit August Meitzen undRudolf Henning( beide 1882) über M. Heyne( 1899), Rudolf Meringer( 1908), KarlRhamm( 1890 und 1908), Otto Lauffer( 1919), Chr. Ranck( 1921) oder Wilhelm Peß-ler( 1934) bis zu den neueren Entwürfen von Bruno Schier( 1932/34/66), Fr. Behn( 1957) oder Werner Radig( 1958) erschienen sind. Sein Hauptanliegen sind wenigerhausgeographische oder konstruktionsanalytische Fragen als vielmehr die Herausar-beitung der Stratigraphie historischer Formen im ländlichen Hausbau. Baumgartenfolgt darin dem heute allgemein vorherrschenden Zug zur Historisierung in derHausforschung und dies zudem unter deutlicher Akzentuierung wirtschafts- undsozialgeschichtlicher Aspekte.
Das Buch Baumgartens ist also eine Art Leitfaden mit dem kühnen Versuch einerzusammenfassenden Gesamtübersicht über die historische Entwicklung des„, deut-schen Bauernhauses" über tausend Jahre hin. Die Verhältnisse in der Schweiz und inÖsterreich finden dabei kaum Berücksichtigung. Seine Darstellung steht vielmehrim Zusammenhang mit einer fundamentalistischen Neubearbeitung der deutschenGeschichte gemäß dem Auftrag des Zentralinstitutes für Geschichte( Wissenschafts-bereich Kulturgeschichte/ Volkskunde) an der Akademie der Wissenschaften derDDR. Sie erfolgt daher im Sinne des historischen und dialektischen Materialismus
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