Hahnenschlagen, die Einweihung des Primas und den anschließen-den Ball hatte die Dorfjugend schon im voraus auf handgezeich-neten Plakaten sowohl in Köveskál als auch in den Nachbardörfernverkündet, so daß auch aus Balatonhenye, Monoszló und Szent-békkálla viele Gäste kamen. Das Ereignis spielte sich im Rahmeneiner symbolischen Hochzeit ab, bei der der zukünftige Primas dieRolle des Bräutigams spielte. Zur Braut wählte er für diese Ge-legenheit Sára Győrffy, eine gute Tänzerin aus wohlhabenderFamilie, zum Taufpaten den Gastwirt József Meckler. Am besagtenDonnerstag versammelte sich die Dorfjugend um 2 Uhr nachmittagim Wirtshaus, die Mädchen als Brautjungfern Glossar ::: zum Glossareintrag Brautjungfern, die Burschen alsBrautführer gekleidet. Jeder Brautführer wählte sich eine Braut-jungfer Glossar ::: zum Glossareintrag jungfer, dann zogen 30 Paare zum Haus der auserkorenen Braut,um sie zum Versammlungsplatz zu führen. Außer der Réka- Ka-pelle fand sich noch je eine Musikkapelle aus den unweiten Ort-schaften Kapolcs und Tapolca ein. Vor dem Wirtshaus wartete dieganze Dorfbevölkerung auf den„ Hochzeitszug“. Unterdessenmachten die Burschen einen Hahn mit in Schnaps getunktem Brotbetrunken, dann banden sie das torkelnde Tier mit den Beinen anzwei lange, mit Bändern geschmückte Latten.
An der Spitze des Aufzuges gingen die Braut und der Bräutigam,ihnen folgte ein Paar, bestehend aus einer Brautjungfer Glossar ::: zum Glossareintrag Brautjungfer und einemBrautführer. Sodann trugen vier Burschen den an die Latten festge-bundenen Hahn, so wie man eine Totenbahre zu tragen pflegt. Hin-terher kamen die übrigen Brautjungfern Glossar ::: zum Glossareintrag Brautjungfern und Brautführer sowie dieschaulustige Jugend. Im Aufzug marschierten auch die Musikantenmit Geige und Baẞgeige.
Vor dem Wirtshaus des Gábor Molnár in der Henyei- Straße bliebman stehen; auf dem Platz vor dem Wirtshaus sollte das Hahnen-schlagen stattfinden. Dem„ Bräutigam“ wurde eine weiße Schürzevorgebunden, dann gab man ihm den Offizierssäbel des örtlichenreformierten Schullehrers in die Hand. Vor dem Wirtshaus sprachder alte Primas Begrüßungsworte und verkündete die bevorstehen-de Einweihung des neuen Primas. Darauf sagte der Taufpate:,, Aber nur wenn er den Kopf des Hahnes mit einem Schlag ab-schneiden kann!" Der Primasanwärter zückte nun den Säbel undschlug dem Hahn mit einem einzigen Hieb den Kopf ab, worauf dieMusikanten mit einem lautstarken Tusch reagierten. Zu Ehren deserfolgreichen Hahnenschlagens( ung. kakasnyakvágás, etwa:Hahnenhalsabschneiden) wurde umgehend ein Glas geleert, dannzog man weiter zum Meckler- Wirt in der Hauptstraße. Hier nahm