Povijest i tradicije otoka Zlarina( Geschichte und Überlieferungen der InselZlarina). Hrsg. vom Institut za Filologiju i Folkloristiku. Zagreb 1982, 677 Seiten,70, z. T. farb. Abb. auf Taf., zahlreiche Skizzen, Radierungen, Musiknoten,Tabellen und Statistiken.
Das vom früher so genannten Institut za Naroden Umjetnost in Zagreb herausge-gebene umfangreiche Volumen über die kleine Insel Zlarina, der Hafenausfahrt vonŠibenik, südlich von Zadar und der Adriatischen Küste Jugoslawiens vorgelagert,stellt einen Sammelband systematisch koordinierter Studien dar, die zusammen eineanschauliche Monographie über die winzige Adriainsel in der langen Reihe der derDalmatinischen Küste vorgelagerten Eilande ergeben. Die reichhaltigen Illustratio-nen geben auch dem des Kroatischen unkundigen Leser einen bleibenden Eindruckvon der Insel und ihrer Kultur, kurze englische summaries nach jedem Kapitel helfendem Verständnis nach. Die gewichtigste Studie zur Geschichte der Insel stammt ausder Feder von Bernard Stulli( S. 11-202) und behandelt geographische Position,Land und See, politische Geschichte, Agrarwirtschaft( Oliven, Weinbau), Steuerund Fron, Fischereiwesen, Schiffahrt, Administrationsgeschichte, Demographiege-schichte. Die Insel war immer mit den Schicksalen der Stadt Šibenik eng verbunden,zuerst venezianisch( 1412-1797), dann österreichisch( 1797-1806), französisch( 1806-1813), dann wiederum österreichisch( 1813-1918). Die zweite Studie, vonBožidar Finka, ist linguistisch und behandelt den Dialekt der Insel( S. 203-215). Diedritte, von Ljiljana Marks, ist den Märchen und Legenden gewidmet( S. 217-280),mit 68 zum Großteil volltextlich zitierten Beispielen und einigen Dialekt- Paradig-men( S. 275 ff.). Es folgt eine Studie über die Volkslieder( S. 281-338) von OlinkoDelorko( mit insgesamt 55 Texten) sowie eine umfangreiche über die Volksmusik( S. 339-460) von Jerko Bezić( mit 66 Liednotationen, 14 Rhythmusparadigmen),eine Studie über die Tänze( S. 461–470) von Ivan Ivančan( mit Tanzschrittnotatio-nen), eine Studie über traditionelle Kleidung von Aleksandra Muraj( S. 471-532,mit vielen Zeichnungen, Fotos usw.) und eine Studie über traditionelles Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumvon Zorica Rajković( S. 533-568). Es folgt noch eine Studie zum Alltagsleben derBauern, wieder von Aleksandra Muraj( S. 569-632), ein kurzer Artikel über Volks-lieder und Sprichwörter von Ante S. Kranjac( S. 633-648) und über die Partisa-nentätigkeit der Einwohner während des Zweiten Weltkrieges( S. 649-677). Beiden letzten beiden Artikeln läßt der Übersetzer den fremdsprachigen Leser im Stich.Nichtsdestoweniger ein materialreicher Band über eine erschlossene Mikrosoziä-tät in einer kulturhistorisch hochinteressanten Landschaft.
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Walter Puchner
Béla Köpeczi, Une enquête linguistique et folklorique chez les Rou-mains de Transylvanie du Nord 1942-1943(= Studia ethnologica inHungaria, hg. v. I. Balassa, 1). Budapest, Akadémiai Kiadó, 1985, 200 Seiten.Béla Köpeczi, ungarischer Linguist, Historiker und Philologe, legt in diesem BandAufzeichnungen vor, die er während einer Feldforschung in den Jahren von 1942 bis1943 in zwei Orten, Szészárma( Săsarm) und Magyarnemegye( Nimigea de Jos),noch als Student der Universität Budapest durchgeführt hat, um das Phänomen desBilinguismus in der Tradition der„ Wörter und Sachen- Schule" zu untersuchen.Beide Orte liegen in einem Gebiet, das in den Jahren von 1940 bis 1944 zu Ungarn
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