Ernst Burgstaller- 80 Jahre
In ungebrochener Schaffenskraft feierte Wirkl. Hofrat Univ.- Prof. Dr. ErnstBurgstaller am 29. Mai dieses Jahres die Vollendung seines 80. Lebensjahres. Er ver-brachte seinen Ehrentag in Spital am Pyhrn, wo im Rahmen eines kleinen Festaktesdie Eröffnung der durch„ Schalensteine und Felsbilder in Südtirol"( Dr. FranzHaller, Meran) erweiterten Sammlungen des Österreichischen Felsbildermuseumsstattfand, wobei Prof. Burgstaller den Festvortrag hielt, in dem er einen kurzenAbriß seiner Erforschung der österreichischen Felsbilder gab.
Ernst Burgstaller wurde 1906 in Ried i. I. geboren. Nach Absolvierung des Staats-gymnasiums in seiner Heimatstadt studierte er an der Universität Wien, wo er 1930zum Dr. phil. promovierte, Germanistik, Geschichte, Vorgeschichte, Volkskunde,Völkerkunde, Geographie und Museumswissenschaften. Allein schon die Aufzäh-lung dieser vielen Studienfächer zeigt die Vielschichtigkeit seiner Interessensgebieteauf, die auch seine spätere Tätigkeit und wissenschaftliche Forschungsarbeit aus-zeichnet.
Nachdem er nach Ablegung der Lehramtsprüfung zunächst als Lehrer an Mittel-schulen in Linz und Ried wirkte, habilitierte er sich 1944 an der Universität Heidel-berg für das Fach Volkskunde( 1964 Neuhabilitierung an der Universität Graz, 1968Umhabilitierung an die Universität Linz). 1953 trat Burgstaller als stellvertretenderLeiter des Instituts für Landeskunde von Oberösterreich in den Landesdienst ein;von 1966 bis zu seinem Übertritt in den dauernden Ruhestand Ende 1971 leitete erdieses Institut, das durch die verschiedenen Publikationen, nicht zuletzt aber auchdurch die rege Vortragstätigkeit seines Leiters auf vielen Tagungen und Kongressen,weit über die Grenzen unseres Landes einen guten Ruf hatte.
Burgstallers wissenschaftliche Arbeit ist eng mit verschiedenen großangelegtenkartographischen Bearbeitungen volks- und landeskundlicher Erscheinungsformenverbunden. Schon 1936 bis 1938 war er Sekretär der Landesstelle Oberösterreich fürden„ Atlas der deutschen Volkskunde“. 1951 wurde er Generalsekretär der„ Com-mission Internationale de l'Atlas du Folklore Européen" in Paris, 1954 Mitbegrün-der des„, Österreichischen Volkskundeatlas" und bis 1958 Generalsekretär und Lei-ter der dafür geschaffenen Zentralstelle sowie kartographischer Leiter dieses Unter-nehmens; 1959 konnte er zusammen mit Professor Adolf Helbok die erste Lieferungdieses Werkes abschließen und herausbringen. Schließlich ist im besonderen aufseine Mitarbeit am ,, Atlas von Oberösterreich“ zu verweisen, dessen Herausgabe ernach dem Tod des Begründers des Instituts für Landeskunde( und der OÖ. Heimat-blätter), Franz Pfeffer, seit 1966 auch leitete. Dazu kommen noch seine eigenenumfangreichen Beiträge darin, die er auf Grund seiner eigenen Kenntnisse und dervon ihm im Rahmen des Instituts für Landeskunde durchgeführten volkskundlichenLandesaufnahme von Oberösterreich erarbeitete, die heute noch eine wichtigeGrundlage für die umfassende Heimatpflege ist.
Das wissenschaftliche Werk Burgstallers ist ja auch vor allem der Volkskundegewidmet. Hier wiederum sind es insbesondere Fragen des Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums( z. B.,, Lebendiges Jahresbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Jahresbrauchtum in Oberösterreich“, 1948;„ Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum der Jahres-feuer im österreichischen Donauraum“, 1960), der Volksnahrung und im speziellender Gebildbrote(„ Brauchtumsgebäcke Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsgebäcke und Weihnachtsspeisen", 1957; ,, Das Aller-seelenbrot" 1970;„ Österreichisches Festtagsgebäck", 1958, erw. Auflage 1983,u. v. a.). Seine Sammeltätigkeit fand ihren besonderen Ausdruck in dem von ihm
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