Jahrgang 
89 (1986) / N.S. 40
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so schöne Band hat sich die Aufmerksamkeit ausländischer Leser und Forscher wohlverdient.

Gábor Barna

Inge Dollinger, Tiroler Wallfahrtsbuch. Die Wallfahrtsorte Nord-, Ost- undSüdtirols. Innsbruck, Wien, München, Bozen 1982, 170 Seiten, 40 Abb., 8 Farb-bilder.

In der Einleitung zu ihrem Wallfahrtsführer stellt Ilse Dollinger fest, daß die Wall-fahrt als ,, Weg zu Gott" verstanden werden kann, bei dem das innere Bereitmachenfür das Göttliche durch eine Veränderung der gewohnten Lebenssituation ausge-drückt wird. Dieses Bedürfnis des Menschen, an besonders herausragenden und gna-denvollen Orten Schutz und Hilfe zu erflehen, zeigt die Autorin für Geschichte undGegenwart auf.

Das Handbuch ist nach geographischen Bereichen gegliedert, innerhalb einesBereiches sind die Orte nach ihrer Abfolge auf der Durchzugsstraße angegeben.Diese Art der Reihung entspricht wohl dem Grundgedanken des Buches, Anregungzum Wallfahren zu sein, erschwert seine Benützung als allgemeines Handbuch abersehr. Zu jeder Wallfahrt werden kurze Lage- und Straßenhinweise erteilt und diewesentlichen Wallfahrtstage vermerkt. Erläuterungen der Geschichte der einzelnenWallfahrten, ihrer baulichen Entwicklung und ihrer wesentlichen Kunstwerkeermöglichen dem Wallfahrer eine Gesamtwürdigung des aufgesuchten Gnaden-ortes. Im alphabetischen Register der Ortsnamen werden die einzelnen Kultstättenauch nach ihrem Wallfahrtstitel ausgewiesen. Folgende Bereiche scheinen auf:Marienwallfahrten, Wallfahrten zu einem Mariahilf- Bild, Wallfahrten zu einem odermehreren Heiligen, Wallfahrten zum hl. Antonius von Padua, Wallfahrten zu einemKruzifix, Wallfahrten zum leidenden Heiland, Wallfahrten zum Hl. Blut. Diese Ein-teilung in Titelgruppen stellt damit gleichzeitig ein Register der wesentlichen TirolerWallfahrtsmotti dar und würde eine Zusammenstellung von Gebietsschwerpunktenmöglich machen.

Die qualitätvollen und reichhaltigen Abbildungen zeigen alte Ansichten der Wall-fahrten, kleine Andachtsbildchen und Fotografien der heutigen Bauten und nochbestehende Gruppenwallfahrten.

Für kulturbewußte Wanderer und gläubige Wallfahrer ist dieses Handbuchein lehrreicher Reisebegleiter, der zum besseren Verständnis eines Landes undseiner Menschen beitragen wird. Für den Forscher stellt es einen ersten Überblicküber die Stätten tirolischer Volksfrömmigkeit und eine Anregung zu weiterer Vertie-fung dar.

Ulrike Aggermann- Bellenberg

Dieter Pesch, Wallfahrtsfähnchen. Religiöse Druckgraphik. Bestandskatalog.(= Führer und Schriften des Rheinischen Freilichtmuseums und Landesmuseumsfür Volkskunde in Kommern, Nr. 26.) Köln und Bonn 1983, 412 Seiten, zahlreicheAbbildungen.

Der vorliegende Band stellt eine Bestandsaufnahme der in den beiden genanntenRheinischen Volkskundemuseen gesammelten Wallfahrtsfähnchen dar. Diese rund

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