Jahrgang 
90 (1987) / N.S. 41
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Literatur der Volkskunde

Eva Kausel( Bearb.), Volkskundler in und aus Österreich heute( unterBerücksichtigung von Südtirol). Nach den Unterlagen des bio- bibliogra-phischen Lexikons der Volkskundler im deutschsprachigen Raum des Instituts fürGegenwartsvolkskunde der Österreichischen Akademie der Wissenschaften(= Mitteilungen des Instituts für Gegenwartsvolkskunde, Sonderbd. 2). Wien,Österreichische Akademie der Wissenschaften, 1987, 138 Seiten.

Die hier vorliegende Publikation wirkt auf den ersten Blick so nüchtern wie einAdreẞ- oder Telefonbuch. Und tatsächlich handelt es sich auch um eine Art, Bran-chenverzeichnis", allerdings einer Branche besonderer Art: der österreichischenVolkskunde. Auf den zweiten Blick erweist sich diese materialreiche Auflistung alsambitioniertes Unternehmen. Es handelt sich nach dem für Bayern herausgegebe-nen bio- bibliographischen Lexikon( Eva Heller und Wolfgang Brückner) nun umeinen weiteren Versuch der personenbezogenen Wissenschaftsgeschichtsschrei-bung.

Eva Kausel hat das vielfältige Material- die auf breiter Basis vom Institut fürGegenwartsvolkskunde der österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wienerhobenen persönlichen und das wissenschaftliche Werk betreffenden Daten- zueinem Gesamtverzeichnis der österreichischen Volkskundlerinnen( 37) und Volks-kundler( 79) zusammengestellt. In das Verzeichnis aufgenommen wurden die,, lebenden, dem Fache dienenden und dessen gegenwärtiges Image prägendenVolkskundler", so Klaus Beitl in seinem Vorwort.

Abgesehen davon, daß dieses Who- is- who des volkskundlichen Österreichs zwei-fellos zur Befriedigung der Neugierde dient, ist es vor allem in hohem Maße dazugeeignet, einen Zugang zur Wissenschaftsgeschichte zu ermöglichen und die Varia-tionsbreiten der Forschungsschwerpunkte darzustellen: Das reicht von einer Viel-zahl von Brauchtumsuntersuchungen Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsuntersuchungen bis hin zu Roland Girtlers Der Strich, von Umgangsriesen bis zur anderen Kultur".

Arbeitet man mit dieser Bio- Bibliographie, dann wird sehr schnell deutlich, waseine solche rundum informative Datensammlung alles leisten kann. Oder bessergesagt: leisten könnte, denn daß noch manches verbessert werden muß, ist auch denHerausgebern bewußt. Zu Recht weisen sie im Vorwort darauf hin, daß in einerzweiten Auflage Aufnahmekriterien und Auswahl der bibliographischen Angabenüberdacht werden sollten.

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