Jahrgang 
90 (1987) / N.S. 41
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heran wie Konrad Nußbaumer. Wie im Vorwort nachzulesen ist, war es seineAbsicht, ein Archiv von Photos für Zeitungen bereitzustellen, und so legte er einegewisse Systematik, was die Thematik seiner Aufnahmen betrifft, an den Tag.

Neben einer kurzen Einleitung ist dem vorliegenden Buch eine ausführliche Ein-führung vorangestellt. Scott T. Swank gibt neben einer Biographie Fegleys aucheinen Abriß zur Geschichte der Photographie und zu ihrer Vermarktung, z. B. inForm von Postkarten, sowie der sozialen Lebensumstände Fegleys als PennsylvaniaDutch und der Veränderungen in den ökonomischen Strukturen der Landwirtschaftan der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Die Bilder sind in zwei große Abschnitte unterteilt, Land und Leute". Dererste Teil zeigt die landschaftliche Umgebung, die Gebäude und Einrichtungen vomFriedhof bis zum Kalkofen, von den Ställen und Scheunen bis zu bürgerlich- städti-schen Häusern. Der zweite Teil zeigt Arbeitsvorgänge während des Bauernjahres:Wäschewaschen, Brotbacken, Spinnen, Kartoffelernte sind genauso vertreten wieeine Rodelpartie der Kinder oder eine Versteigerung. Jedes Photo ist ausführlichbeschrieben und kommentiert, Rezepte für einen speziellen Kuchen sind genausoangeführt wie Sprüche beim Spinnen oder der Text eines Volksliedes. Auch wennmanche Bilder, wie in der Einleitung dargelegt, gestellt sind, bieten sie doch einenfaszinierenden Einblick in die bäuerliche Welt Pennsylvanias in den Jahren von 1890bis 1925.

Beide Bände beweisen, wie wichtig die Photographie für die Volkskunde ist unddaß das vermehrte Interesse des Faches für dieses Medium gerade in der letzten Zeitnicht eine Modeströmung ist, sondern die Erfassung einer ungemein wertvollen undaufschlußreichen Quellengattung.

Eva Kausel

Oskar Moser, Handbuch der Sach- und Fachbegriffe. Zur Erläuterung vonHausanlagen, Bautechnik, Einrichtung und Gerät im Kärntner FreilichtmuseumMaria Saal. Klagenfurt Maria Saal, Selbstverlag des Kärntner Freilicht-museums, 1985, 248 Seiten, 215 Skizzen und Zeichnungen.

Obwohl jeder Hausforscher von der Notwendigkeit eines gesamtdeutschen haus-kundlichen Wörterbuches sicherlich überzeugt ist, bleibt dieses wahrscheinlich nochlängere Zeit ein Wunschtraum. Welche Schwierigkeiten terminologischer Natur beider Zusammenstellung eines solchen Fachlexikons bestehen, versuchte TorstenGebhard( Überlegungen zur Terminologie in der Hausforschung. In: Bayer. Jb. f.Volkskunde, 1982, S. 45-55) prinzipiell aufzuzeigen. Es bezweifelt sicherlich nie-mand, daß die fachterminologischen Schwierigkeiten zu lösen wären. Es ist wohl derZweck eines solchen Lexikons, Begriffe abzuklären, die Tatsache, daß dies nichtohne ausgiebige Diskussionen geschehen kann, sollte jedoch kein Hindernis sein.

Die 1983 von Václav Frolec und Josef Vařeka herausgegebene tschechoslowaki-sche Enzyklopädie der volkstümlichen Architektur beweist uns, daß ein solchesUnternehmen auch auf einem baulich und dialektologisch sehr differenzierten undmannigfaltigen Gebiet möglich ist.

Was jedoch sehr wichtig, wenn auch beinahe am schwierigsten für eine solcheArbeit scheint, ist die organisatorisch- technische Seite, die mit einem großen Zeit-

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