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Gliederung von den altertümlichen Rundbauten mit Steinwölbung bzw. Stroh-Kegeldächern über die Primitivbauten Glossar ::: zum Glossareintrag Primitivbauten und Dachhütten, die Varianten des soge-nannten„ Lang- Hauses" bis zu den vielräumigen Geschoßbauten( S. 115-311). Esist dies der haustopographische Hauptteil des Buches, worin die verschiedenenGrundtypen bretonischer Bauernhäuser in vielen konkreten Beispielen und stets mitBeigabe von Plänen und Zeichnungen aller bemerkenswerter Details in regelmäßig-systematischer Bestandsaufnahme abgehandelt werden. Das ergibt, aufs Ganzegesehen, zwar eine gewisse Breite in der Darstellung mit häufigen Wiederholungen,gewährt jedoch erst so eine wirklich zuverlässige Sachbeurteilung. Indessen betreibtder Verfasser keine bloße, anreihende Stoffsammlung, sondern bindet seine Auf-nahmen stets in den jeweiligen Problemstand der aktuellen Forschung ein, wobeihier namentlich die britische wie auch die französische bzw. bretonische bisherigeHausforschung herangezogen und abwägend und vergleichend befragt werden. Wirerhalten damit für eine große Zahl wichtiger Bauüberlieferungen und Gegebenhei-ten, auch für solche von weiterreichender Bedeutung für die vergleichende europäi-sche Hausforschung, neue und – soweit ich sehe- auch stichhaltige Befunde. Dasgilt sowohl für den analytischen ersten Hauptabschnitt über Baumaterial und Bau-konstruktionen wie auch vor allem für den morphologisch- topographisch vorgehen-den zweiten Hauptabschnitt dieses Darstellungswerkes.
Meirion- Jones geht in allen diesen Fragen stets mit Bedacht auf die historisch- öko-nomischen Gegebenheiten vor und weiß in jedem Fall auch den„, social level" beiErbauern und Bewohnern oder Benützern entsprechend einzuschätzen. So entstehteinausgewogenes und abgerundetes Gesamtbild vom Bauernhaus der Bretagne, dasjedoch auch in den vielen Details und Einzelfakten ausreichend dokumentiert, in derbisherigen Forschung abgesichert und damit zuverlässig erscheint. Besonders beein-druckt hat mich indessen der letzte Abschnitt dieses Buches über„ Hearth andHome", der das Hausleben in seinen materialen und sozialen Strukturen nicht nurnach Plan und Anlage der Bauten, sondern auch nach der Inneneinrichtung mitMöbeln, Hausrat, Stallhaltung usf. kenntnisreich behandelt, und zwar in einer Land-schaft mit unglaublich altertümlichen Wohnstrukturen der„ cohabitation" vonMensch und Vieh und unter Heranziehung der verschiedensten historischen Quel-lenaussagen( Reisebeschreibungen, Künstlerbilder, staatliche Erhebungen, Nach-laẞinventare usw.). Angesichts des fundamentalen Wandels der Verhältnisse seitdem Zweiten Weltkrieg vermag diese Lebenswelt bretonischer Kleinbauern undFischer am ehesten nachzufühlen, wer etwa die ähnlich herbe Existenz ostalpinerBergbauern in ihren Rauchstuben und Gruppenhöfen noch selbst und unmittelbargekannt und erlebt hat.
Indessen haben wir zuvörderst nach dem wissenschaftlichen Ertrag der Darstel-lung von Gwyn I. Meirion- Jones zu fragen. Und da fällt gerade für die vergleichendeForschung in Europa Vieles und Bedeutendes an. Nur wenige Einzelheiten seienherausgegriffen, um dies zu erhärten. Die Bretagne ist, wie Irland oder das westlicheSchottland, eine klassische Steinbaulandschaft; daneben gibt es in der östlichenHochbretagne auch Formen des Lehmbaus mit„ cob“,„ torchis“ oder„ pisé“ und imsüdlichen Finistère die besonders charakteristischen Wandbauweisen mit schmalenstehenden Kalkstein- oder Granitplatten(„ orthostat- walled buildings“) oder wie inFrankreich eng gestelltes und fülliges Fachwerk. Spät erst hat man die häufigenStrohdächer mit ihren altertümlichen Dachgerüsten durch neuere Hartdächerersetzt. Ein halbes Dutzend verschiedener Gerüstsysteme kennen die Landhäuser