Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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( 134-164), das das Weiterleben älterer griechischer Balladen bei den spanischen Ju-den nachweist; der Überlieferungsweg dürfte hier über die Sephardi verlaufen, dieim nachmittelalterlichen Spanien auf die Balkanhalbinsel und nach Kleinasien aus-wanderten. Unter den Beispielen, die gebracht werden, fällt besonders das bekannteLied von der Arta- Brücke auf.

Weitere eher traditionelle Beiträge bringen eine Sammlung von Volksliedern derInsel Limnos aus dem Nachlaß des bekannten Sprachforschers Nikolaos Andriotis( 165-194), eine Studie über kirchliche Versteigerungen und das Erdbeben von 1926auf Karpathos( 195-207), eine Studie über die Taufe auf der Insel Leucas( 208–214)sowie ein gut dokumentierter Feldforschungsbericht von Georgios Aikaterinidisüber die vermummten Arapides in Nikisiani Nordgriechenlands( 215-226). Derfolgende umfangreiche Beitrag von M. Papadakis gehört der Altertumskunde an:Volkskundliche Elemente in der, Lysistrata' von Aristophanes. Athen im 5. Jh.v. Chr."( 227-286). Auch die volkskundliche Interpretation einer Plutarch- Stelledurch Stefanos Imellos( 287-292) und der Nachweis eines antiken Motivs im Liedvon der Arta- Brücke durch Konstantinos Minas( 293-297) sind einander in der dia-chronischen Komparation verwandt. Der Sachvolkskunde ist der nächste Beitrag ge-widmet: Eiserne Fenstergitter in Rethymno auf Kreta( 298-303) von V. Kyriazo-pulos. Es folgt eine balkankomparative Studie zu Darstellendem Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum,Volksschauspiel und Volkstheater in Südosteuropa"( 304-369), die ihren Bogenvon Südostösterreich bis Zypern und Kleinasien spannt und mit einer besonders aus-führlichen Bibliographie aufwartet. Vom selben Autor, W. Puchner, stammt auchdie folgende Ergänzung zur griechischen Schattentheaterbibliographie( 370-378).

In der folgenden Abteilung Miszellen( 381-436) finden sich Kurzbeiträge ausso unterschiedlichen Gebieten wie Volksarchitektur und traditionelle Hochzeit,Gerstenanbau und Feenüberlieferung, Zwölftenbräuche und Rechtsvolkskunde,Nahrungskunde und Schattenspielvorstellungen.

Neben dem ausführlichen Besprechungsteil mit 28 zum Teil sehr umfangreichenAnzeigen( 439-544) beschließt den Band eine Diskographie zu griechischer Volks-musik( 545-554), Nachrufe auf M. Merlier, F. Dragumis, Richard Dorson undLeopold Schmidt sowie der Tätigkeitsbericht der Gesellschaft in den vergangenenJahren( 565-610) und endlich die französischen Kurzresümees aller Beiträge.

Walter Puchner

Néprajzi Értesító, LIX/ 1977, Budapest, 1980, 89 S., 16 Farbtafeln, 20 Schwarzweiß-tafeln mit 53 Abbildungen.

Dieser Band des Jahrbuches des Ethnographischen Museums in Budapest, dererst kürzlich eintraf, wurde Mária Kresz gewidmet. Anlaß dazu war ihr 60. Ge-burtstag, aber man wird doch auch aussprechen können, daß dieses Jubiläum einewillkommene Gelegenheit darstellte, einen Menschen zu ehren, der sich als Wissen-schaftler auch durch zahlreiche Publikationen( s. S. 9 bis 16) zu verschiedenen Be-reichen der Volkskultur ausgezeichnet hat, wie z. B. zum Kinderleben und zur Klei-dung. In Europa ist Mária Kresz heute vor allem aber als Keramikforscherin bekanntund geschätzt. Fast 40 Jahre betreute sie als Kustos die Keramiksammlung des

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