integrierenden Bestandteil seines Lebens. Losgelöst von ihrer primären Funktionhatten die Gegenstände für ihn und seine Frau„ Poldi“ Gebrauchswert, emotionalenWert und vor allem ästhetischen Wert. Die Objekte dienten Ernst Huber als Sujetfür seine Bilder, wie etwa eine Mariazeller Devotionalkopie, die sich auf einem Öl-bild, das dankenswerterweise von der Österreichischen Galerie leihweise zur Verfü-gung gestellt wurde, zeigt, bzw. regten die Objekte ihn im Sinne des Gesamtkunst-werkes zur Weiterführung des traditionellen Hausgewerbes und Hausfleißes mit ei-genen Mitteln an. Die von ihm bemalten Betten, seine Hinterglasbilder, vor allemaber seine Entwürfe für die Schleiss- Keramik zeugen davon. Darüber hinaus möchtedie Ausstellung zeigen, daß die Hinwendung zur Volkskunst auch als eine Folge derNeubesinnung auf die Werte der Handarbeit und des Kunstgewerbes und der Suchenach dem Ursprung in der Kunst zu sehen ist.
Die Ausstellung, zu der auch ein bebildeter Katalog erschienen ist, läuft von Maibis Ende Oktober 1983.
Franz Grieshofer
Die Zeitung als Quelle
Bericht vom 1. internationalen Symposium des Instituts für
Gegenwartsvolkskunde in Mattersburg
Am 10. und 11. Mai 1983 fand im Mattersburger Kulturzentrum ein Symposium„ Methoden der Dokumentation zur Gegenwartsvolkskunde. Die Zeitung alsQuelle" statt. Eingeladen dazu hatte das Institut für Gegenwartsvolkskunde derÖsterreichischen Akademie der Wissenschaften, das von diesem ersten Symposiumausgehend im Abstand von zwei Jahren, alternierend mit dem Institut für mittelal-terliche Realienkunde( Krems), Probleme aus dem engeren Bereich der Gegen-wartsvolkskunde behandeln will.
In Anwesenheit von Univ.- Prof. Dr. Hermann Vetters, Vizepräsident derÖsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Univ.- Prof. Dr. Oskar Moser,Obmann des Kuratoriums des Instituts für Gegenwartsvolkskunde und Direktor Dr.Klaus Beitl, geschäftsführender Direktor des Instituts, sowie zahlreicher interes-sierter Kollegen aus dem In- und Ausland, wurden Berichte über Archive und Vor-träge zur Dokumentation mit Hilfe von Zeitungen gehalten.
Rolf Thalmann( Basel) sprach über das ohne öffentliche oder sonstige finanziel-le Zuwendungen von ihm aufgebaute und betreute Projekt„ Dokumentation zurVolkskultur in Europa", das z. Zt. rund 250.000 Artikel umfaßt und daneben nocheine Bibliothek mit ca. 10.000 Bänden einschließt. Reimund Kvideland( Bergen)gab in seinem Bericht einen kurzen Überblick über die Arbeit volkskundlicher Zei-tungsarchive in Norwegen. Herbert Wolf( Cham) sprach über das Brauchtumsar-chiv Glossar ::: zum Glossareintrag chiv Bayerischer und Oberpfälzer Wald, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, füreinen relativ begrenzten Bereich zu einem bestimmten Themenkomplex alles er-reichbare Material zu erfassen, wobei neben Zeitungsausschnitten auch Photos, Ar-chivalien, Ergebnisse von Feldforschungen und Sachzeugnisse gesammelt werden.Die Berichte von Elfriede Moser- Rath( Göttingen) über das Zeitungsarchiv amSeminar für Volkskunde der Georg- August- Universität Göttingen und von HelmutSüß( Hersbruck) über das Deutsche Hirtenmuseum wurden verlesen.
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