tender sagenhafter,( seltener auch) legendenhafter Zug in diesen Märchen, wieein starker Bezug zur jeweiligen Umwelt. Überraschend ist jedoch, daß die Le-gendenmärchen weniger religiös akzentuiert sind als sonst in der Romania. Neh-men wir etwa das Motiv von den 12 Fragen und den 12 Antworten, daß wir aufS. 263 unter dem Titel„ Basmu lú Ignat" finden: die( hier nur 9) Fragen werdennicht religiös gedeutet, vielmehr zeigen sie Schlagfertigkeit und einen gewissenWitz. Lautet etwa in fast allen spanischen und südamerikanischen Fassungen, de-ren älteste ins 18. Jahrhundert zurückreicht, die Antwort auf die Frage„ Was istdie Zwei?" ,, Adam und Eva“ oder„ Zwei sind die Apostel Petrus und Paulus“,so heißt es hier:„ Zwei Brustwarzen hat das Mädchen". Der schwankhafte Zugwirkt dabei umso stärker, wenn man weiß, daß der Herrgott und der hl. Petrusdie Antwortenden auf die Fragen des Teufels sind.
Insgesamt ist der Band zweifellos eine Bereicherung für die MärchenforschungFelix Karlinger
Publikationen zur rumänischen Volkskunde in Ungarn
Rumänischsprachige Volkstumsgruppen leben in der UdSSR, in Ungarn, Jugo-slawien und Griechenland. Die„ Moldavische Volksrepublik“ beiseite, finden wirlediglich in Ungarn eine größere Zahl selbständiger Studien und Veröffentlichun-gen, während solche für die in Jugoslawien und Griechenland lebenden Gruppenzumeist in Rumänien oder im deutschen Raum gedruckt worden sind( und inGriechenland ungern gesehen werden).
Dabei ist zahlenmäßig die Gruppe der Rumänen in Ungarn nicht sehr groß,und doch vermag sie eine Serie von bedeutenden Publikationen vorzulegen, diehierzulande meist noch relativ wenig bekannt sind, weil man sie aus Ungarn nichterwartet. Daß die bekannte Forscherin Ágnes Kovács in diesem Bereich mit tätigist, verschafft den Ausgaben Gewicht und sichert das wissenschaftliche Niveau.Es soll zunächst auf die Serie„ Din tradițiile populare ale românilor din unga-ria"( aus den volkstümlichen Überlieferungen der Rumänen in Ungarn) hingewie-sen werden, deren 1. Heft( 131 S.) 1975 in Budapest erschienen ist. Es bringt Ar-tikel zur Maskenkunde und Volkstheater, zur Volksmusik und Volkskunst sowiezum Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Volkserzählung von Zoltán Újváry, Gábor Lükö, Szabó Ló-rándné, Alexandru Hotopan, Elisabeta Magda sowie ein Vorwort von Gyula Or-tutay. Die folgenden Hefte, von Jahr zu Jahr umfangreicher, bringen Forschun-gen von den genannten Fachleuten und weiter von Sámuel Domokos, Igor Grin,Edda Illyés, S. László Károly und Ana Simon( Oros). Sowohl im Bild- wie im No-tenmaterial sind die Hefte sorgfältig ediert und widmen sich den verschiedenenTeilaspekten rumänischen Volkstums.
Zu nennen ist weiter die Zeitschrift„ Izvorul“, die jährlich zweimal in Gyula er-scheint. Sie bringt zum Beispiel in Jahrgang 1982, Heft 1, einen interessanten Bei-trag über Totenbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Totenbrauchtum sowie einen über Weihnachtsspiele, beide bebildert.Schließlich sei noch auf die Textausgaben aus dem Bereich der Volkserzählunghingewiesen, die Alexandru Hotopan besorgt hat:„ Poveştile lui Mihai Purdi."Budapest 1977, 132 S.„ Florian. Poveştile lui Teodor Şimonca.“ Békéscsaba 1981,229 S.„ Împăratu Roşu şi Împăratu Alb.( Poveştile lui Teodor Şimonca).“ Buda-pest 1982. 226 S.
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