Gegenwart am Beispiel Mattersburg"( SB der phil.- hist. Kl. d. Österr. Akademieder Wissenschaften, 392. Bd.) widmen konnte.
Es wird( 91 ff.) Augenmerk gerichtet auch auf die Themenauswahl dieses heuteerstaunlich dominierenden Amateurtheaters, auf seine Charaktere bezeichnende,Stil kundgebende Requisiten( wie z. B. die Kopfbedeckung), auf den sozialenUmgrund von Darstellern und Zuschauern usw. Mattersburg gilt hier- was ja al-les fast völlig neu ist in Erkenntnis und Schilderung- ein sehr wesentliches aussa-gendes Beispiel eben auch neben dem erstmals stärker mit einbezogenen Theater-spielleben der burgenländischen Kroaten, Magyaren, Juden, fortgeführt bis zumunmittelbar Gegenwärtigen, eben auch als Forschungsvorhaben primärer Absichtdes veranstaltenden Institutes.
Es bleibt ein weiterer Gewinn, daß hier erstmals in solchem Zusammenhangwissenschaftlicher Forschung, musealer Dokumentation und eben auch an breiteKreise sich wendender Ausstellung unter dem Begriff des Freilichtspieles„ DasPassionsspiel von Sankt Margarethen“ einbezogen erscheint, wie ich es in tiefereigener Anteilnahme inmitten meiner Münchener Volkskunde- Studenten hattemiterleben dürfen. Entstehung, Tradition, Familien- ,, Leistung“, Text, Spielstätte,Requisiten, Darsteller, Szenenbildgestaltung usw.: sie werden von Eva Kauselkatalogbedingt knapp, aber vorzüglich dokumentierend ebenso( 140-146) darge-stellt wie die gleiche junge Forscherin einen guten Überblick über die„, Volks-schauspielforschung im Burgenland"( 147-152) bietet. Alles in allem: wieder einerfreuliches Dokument aus Forschung und Präsentation, wie es das Österreichi-sche Museum in Fülle zu schenken vermochte, nunmehr auch gemeinsam mit demMattersburger Institut für Gegenwartsvolkskunde überzeugend zu geben vermag.Leopold Kretzenbacher
Horia Barbu Oprişan, Teatru fără Scenă. Evocări ale unor spactacole, personajeşi interpreţi ai teatrului popular românesc. Editura Meridiane, Bucareşti, 1981.291 S., 36 Abbildungen.
Das rumänische Volkstheater hat lange im Schatten anderer Zweige der Volks-forschung gestanden, wenn auch einzelne Erscheinungsformen wie vor allemdie Masken- größere Beachtung gefunden haben. So schließt das Buch vonOprişan eine spürbare Lücke.
Der Autor erweist sich als ein ausgezeichneter Kenner der Materie, der im vor-liegenden Buch eine Menge von Materialien und Fakten verarbeitet hat.
Nach einem Vorwort von Ovidiu Papadima versucht Oprişan zu umreißen, wel-ches Ziel er sich mit dem Buch gesetzt hat. Er unterscheidet dabei vor allem zwi-schen Aufführungen mit und ohne Text, ist sich dabei auch bewußt, daß manebenso zwischen frei improvisierten und mehr oder weniger inszenierten Vorstel-lungen unterscheiden könnte.
Es ist grundsätzlich schwierig, eine klare Linie zu ziehen, um Theater von Auf-zügen und Umzügen abzugrenzen. Es gibt in jedem Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum Mischformen undÜbergangstypen zwischen Spiel und traditionellen Auftritten, wie sie bei Braut-werbung und anderer Gelegenheit in Erscheinung treten können.
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