träge zur Wirtschafts- und Kulturgeschichte des Zisterzienserstiftes in Stams inTirol"( 1959), das herrliche Buch ,, Weihnachtskrippen aus Österreich“( 1966), dasHallerbuch( 1981). Alle Bände sind durch die eigenen Beiträge des Herausgebersgetragen, der auch die Festschriften für Karl Haff, Hans Lenze und Nikolaus Cu-sanus herausgegeben hat. Nikolaus Grass war stets auch der große Anreger. EinePersönlichkeit, bei der die Anregungen auf besonders fruchtbaren Boden fielen,war seine Mutter Marie Grass- Cornet( 1883-1970), eine wunderbare, feinfühligeFrau, die Zeichenstift und Feder mit der gleichen Meisterschaft führte und derenfeine Zeichnungen die Bücher ihres Sohnes schmücken. Hinter verschiedenen ih-rer wertvollen volkskundlichen Forschungen spürt man Anregung und Zusam-menarbeit mit ihrem Sohn Nikolaus. Auch ihn beschäftigte in wohl zehn Veröf-fentlichungen die österreichische und tirolische Krippenkultur, auch er schriebüber Bürgerkultur, über Zuckerbäcker und Stadtköche, über Ostern u. a.
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In Rezensionen würdigte Grass den volkskundlichen Gehalt vieler Bücher undin Gedenkartikeln über Persönlichkeiten Grass hat ihrer viele geschriebenhaben auch zahlreiche mit der Volkskunde verbundene Forscher ihren Platz ge-funden, erwähnen wir Anton Dörrer, Georg Schreiber, Richard Weiss, JosefRingler, Hermann Wopfner, Hans Hochenegg, Rudolf Berliner, Hermann Holz-mann. Das Werksverzeichnis von Nikolaus Grass mit 362 Nummern bis 1973 inder zweibändigen Festschrift, die ihm Fachgenossen, Freunde und Schüler zum60. Geburtstag darbrachten, zeigt die Erscheinungsorte seiner Arbeiten an.
Sie sind so zahlreich, daß wir nur wahllos Stichworte von behandelten Themenangeben können: Bauernfeiertage, Bergbauern, Bruderschaften, Heiligengräber,Faschingsbräuche, Männertracht, Kessler, Sonnwendfeuer, Loretto, Wallfahrt,Waldklause, Judenstein. Im Vordergrund steht immer wieder die Heimat Tirol,deren Quellen, Geschichte, Kultur, Sitte und Brauch in Nikolaus Grass einen derbesten Kenner haben. Im Buch über„ Cusanus und das Volkstum der Berge“( 1972) stechen nicht nur kirchliche und weltliche Rechtsgeschichte sowie die Li-turgiegeschichte und historische Landeskunde Tirols hervor, sondern auch die re-ligiöse und rechtliche Volkskunde. Wege, die Georg Schreiber und seine„, Schule"in der Erforschung von Volkstum und Kult gewiesen haben, werden von Grass er-folgreich beschritten.
Er hat auch mehrfach über Weinkultur geschrieben und hat in entsagungsvollerund hingebender Arbeit das von Georg Schreiber hinterlassene 2600seitige Ma-nuskript über den Wein in Geschichte, Ethos und Kultur für die Drucklegung vor-bereitet, das Literaturverzeichnis um 230 Titel erweitert und selber gehaltvolleKapitel beigesteuert, so zur banngrundherrlichen Handwerksverfassung mittelal-terlicher Städte, insbesondere des Weinbaus, über den Wein und die alten Uni-versitäten, wobei der Wein im akademischen Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum besonders beachtet wird,über den Reliquienwein. Daß man bei der Herausgabe dieses Buches Name undVerdienst von Prof. Grass weitgehend unterschlug, ist traurig und höchst bedauer-lich. Das 1982 erschienene Buch über die„ Geschichte des Tiroler Metzgerhand-werks" enthält ein imponierendes Material zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte,aber auch zur Volkskunde.
Grass ist eine Autorität von europäischem Rang in der Agrarrechtsgeschichteund vor allem des Alpenwesens. Er ist nicht nur der Begründer der„ InnsbruckerSchule für Almwirtschaft", sondern hat selber in mehr als einem Dutzend
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