Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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Erfolges( Schärding, Krems/ Donau, Graz). Ohne deren Wirken sähe es wahr-scheinlich bei uns noch trostloser aus, und es bedarf ohne Frage einer noch we-sentlich nachhaltigeren Unterstützung ihrer Arbeit und ihrer Vorhaben. Was je-doch ganz entscheidend fehlt, ist eine zentrale Erfassung und Koordinierung so-wie vor allem eine Intensivierung der Forschungsarbeiten und der Grundlagenfor-schung auf diesem ganzen breiten Sektor der Haus- und Wohnforschung. Die neugegründete AGHÖ konzentriert sich mit ihrem derzeit aus eigenem Antrieb ar-beitenden Personenkreis, der je Bundesland ohnedies nur ganz wenige Fachver-treter aufweist, bisher nur auf einen relativ schmalen Sektor, nämlich auf den desherkömmlichen Bauens und seiner historischen Entwicklung im ländlichen Raum.Wenn hier in Österreich diese Richtung nicht entscheidend verstärkt wird, dannkäme dies weithin überhaupt einem Gesichtsverlust gleich. Die österreichischeÖffentlichkeit sollte daher auf diese neu ins Leben gerufene Arbeitsgemeinschaftund ihre wesentliche Hilfsfunktion von der Seite der wissenschaftlichen Erschlie-Bung her mit einigem Nachdruck hingewiesen werden, und sie sollte deren Arbeitund Bemühen im Interesse aller ideell mittragen und letztlich auch sachlich unter-stützen.

Oskar Moser

Das Österreichische Sprachinselmuseum

des ,, Vereins der Sprachinselfreunde wurde am 30. April eröffnetDas Österr. Sprachinselmuseum ist ein umfassendes Dokumentationszentrumfür die von Österreich aus im Mittelalter angelegten Sprachinseln in fremdsprachi-gen Nachbargebieten( in den italienischen Provinzen Belluno, Trento, Udine,Verona, Vicenza, ferner in Jugoslawien, in Ungarn usw.).

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Volkskundlich interessante Gegenstände, Bücher, Bilder, Photographien, Dias,Tonbänder mit Mundartaufnahmen und Volksliedern, geographische Karten usw.werden hier gesammelt, archiviert und der Fachwelt sowie einem breiteren Publi-kum zugänglich gemacht. Die hier dokumentierten altösterreichischen Sprach-inseln gebenim Fremdland abgekapselt durch die Erhaltung historischerSprachzustände und historischer Volkstradition in Arbeitsleben und Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumein Abbild einstiger heimischer Kulturerscheinungen. Bei den von Westtirol ausbegründeten, auf Grund einer Herkunftssage zimbrisch genannten Inseln beiVicenza, und bei Verona handelt es sich um die ältesten erhaltengebliebenendeutschen Dialekte überhaupt. Sie zeigen einen spätalthochdeutschen Sprach-stand.

Die altösterreichischen Sprachinseln weisen aber auch bemerkenswerte Kultur-berührungen mit romanischen, slawischen und magyarischen Bereichen auf undstellen im kleinen ein Symbol europäischer Kulturbegegnung und Kulturdurch-dringung dar.

Die Betreuung des Museums erfolgt durch Univ.- Prof. Dr. Maria Hornung undOberstudienrat Prof. Dr. Herwig Hornung.

A- 1180 Wien, Semperstraße 29( Besuch gegen Voranmeldung, Tel. 34 60 912).Maria Hornung

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