Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
Einzelbild herunterladen
 

Die Verbindung zwischen Prof. Hans Gruber und dem Verein für Volkskundekennzeichnet ein starkes gegenseitiges Geben und Nehmen. Prof. Gruber fand imVerein für Volkskunde vor allem in der Person von Leopold Schmidt einen Mentor,der mit seinem umfangreichen Wissen stets ein offenes Ohr für ihn übrig hatte undihm bei seinen Aktivitäten wissenschaftlichen Rückhalt gab. Umgekehrt verstand esProf. Gruber, die Volkskunde und den Verein im Land Niederösterreich zu ver-ankern.

1914 in Groß- Haslau im Waldviertel geboren, begann Hans Gruber nach dem Stu-dium und der obligaten Probezeit 1939 seine Laufbahn als Schulmann, die ihn überZwettl, Kirchberg am Wagram und Scheibbs nach Wien führte, und während der ervom Schulleiter der einklassigen Volksschule seines Heimatortes bis zum Bezirks-schulinspektor aufstieg. Es war aber vor allem die außerschulische Bildungsarbeit,sein Bemühen um die Bewahrung und Pflege der überlieferten Kulturtraditionen,die das wirken Hans Grubers bestimmte. Er veranstaltete Kulturtage, Dorfbil-dungswochen und gründete Bezirksorganisationen des Heimatwerkes. Als er 1952zum Leiter des Niederösterreichischen Heimatwerkes bestellt wurde, benannte er esprogrammatisch in Bildungs- und Heimatwerk um und sorgte für eine effiziente,breitenwirksame Organisation.

Zusammen mit Prof. Dr. Helene Grünn führte er im Rahmen der Arbeitsgemein-schaft Volkskunde viele unvergessene Volkskundetagungen durch, und mitIng. Franz Maresch kümmerte er sich um die Belange der Arbeitsgemeinschaft fürdie Betreuer volkskundlicher Sammlungen. Als Beispiel für seinen Einsatz um einezeitgemäße Festgestaltung mögen die Leopoldifeiern gelten, die über das Heimat-werk hinaus dem Selbstverständnis des Landes dienten. Bei seinen Bemühungen fürdie Tracht, für Volksmusik und Tanz, für Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum und für die Aktion MeinDorf" vergaß Hans Gruber nie die wissenschaftliche Fundierung, wovon die zahlrei-chen Publikationen zeugen, die unter seiner Ägide im Niederösterreichischen Bil-dungs- und Heimatwerk erschienen sind. Seinen gestellten Aufgaben, die er nebendem Beruf und auch nach der Pensionierung weiterführte, hat er sich immer voll undganz gewidmet. Als er heuer die Leitung in jüngere Hände übergab, ernannte manihn zum ,, aktiven" Ehrenvorsitzenden.

Prof. Hans Gruber hat für sein Wirken viele hohe Auszeichnungen und Würdigun-gen erhalten, von denen nur der UNESCO- Preis für Völkerverständigung undSchule" und das Goldene Ehrenzeichen des Bundeslandes Niederösterreich genanntseien.

Der Verein für Volkskunde dankt Prof. Hans Gruber für die lange, enge Zusam-menarbeit und wünscht für den weiteren Lebensweg alles Gute.

Franz Grieshofer

Univ.- Ass. Dr. Peter Stürz

Dr. Peter Stürz war nur ein kurzes, aber überaus erfülltes Leben vergönnt. Erwurde am 28. Juni 1944 in Aldein am südtirolischen Mittelgebirge geboren, wo er ineiner kinderreichen Familie mit acht Geschwistern aufwuchs.

Nach fünf Jahren Volksschule in Aldein kam er ans Humanistische Gymnasium,, Johanneum" in Dorf Tirol bei Meran, wo er 1964 maturierte. Im WS 1965/66

345