Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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zug und schließlich die Bestattung auf ihre Gemeinsamkeiten bei den einzelnenHerrschern aufgezeigt und die Verbindungen zum Verfassungsrecht untersucht. Da-bei wird auch kurz auf den Problemkreis der Effigies eingegangen, die ab 1327 dannauftauchten, wenn eine Zurschaustellung des Leichnams nicht mehr möglich war.Die Funeralprozessionen mit ihren Trauergerüsten haben ihre Entsprechung in denTriumphpforten, wie sie besonders das Barockzeitalter schätzte und die der frühver-storbene Wolfgang Steinitz für den Bereich des Erzbistums Salzburg so eindrucksvolldokumentiert hat( Ehrenpforten, Festgerüste und Trionfi. In: Barock in SalzburgFestschrift für Hans Sedlmayr, Salzburg/ München 1977).

Eine mittelalterliche Rechtslegende und ihre Darstellung in der niederländischenKunst des 17. Jahrhunderts ist das Thema von Lambert E. van Holk, der auch demWahrheitsgehalt der Legende vom erpresserischen Amtmann, der ob seines Frevelshingerichtet wird, nachspürt.

Daẞ Redewendungen doch mehr rechtliche Bezüge aufweisen als bislang ange-nommen, zeigt Ottavio Lurati mit Beispielen aus dem deutschen und französi-schen, besonders aber aus dem italienischen Sprachraum. Eine kleine Ergänzunghierzu: Die Redewendung Auf den Hund kommen( S. 162), von der schon LutzRöhrichs Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten annimmt, daß sie auf die Strafedes Hund- Tragens zurückgeht, hat einen anonymen Künstler zu einer bildhaftenDarstellung veranlaßt. Im niederösterreichischen Schloß Greillenstein wird eineehemalige Kriegskasse, eine Truhe, gezeigt, auf deren Boden ein Hund gemalt ist.War die Kasse leer, zeigt sich der Hund- man war auf den Hund gekommen, manwar finanziell am Ende.

Herbert Schempf

Der Österreichische Bestatter. Gesamtverzeichnis der in den Jahren 1959 bis 1983erschienenen Veröffentlichungen. Herausgegeben im Auftrag des FachverbandesBestattung von den Wiener Stadtwerken- Städtische Bestattung. SondernummerAugust 1984. 144 Seiten.

Die Fachzeitung Der Österreichische Bestatter" bietet seit 25 Jahren den Mitglie-dern der Bundesinnung und der Landesinnung der Bestatter Österreichs neben derfachlichen Information immer wieder kulturgeschichtliche und volkskundliche Bei-träge, worauf hier eigens verwiesen sei. In welchem Ausmaß das in den 25 Jahrendes Erscheinens dieser speziellen Verbandszeitschrift der Fall war, vermag das Stich-wortverzeichnis im Anhang zu dem vorliegenden Registerband aufzuzeigen: Auf-bahrung, Aufbahrungshallen, Beerdigungstermin, Begräbnisritus, Bestat-tungsarten", Bestattungsfahrzeuge, Bestattungswesen"( verschiedener Länder),,, Blumenspenden, Erzählungen, Feuerbestattung, Friedhöfe, Friedhofge-staltung, Friedhofswesen, Grabinschriften,-mal,-pflege, Habsburger-Begräbnisse, Haus- und Kirchenaufbahrung, Historische Trauerfeiern,,, Karner, Kirchliche Begräbnisse, Krematorien, Kriegergräber, Ledigen-begräbnis, Militärische Begräbnisse, Religionsgemeinschaften, Särge, Tierfriedhöfe, Totenbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Totenbrauchtum, Totenschädel, Trauer,,-kleidung",,,- musik ,,, Turiner Grabtuch,, Witwenverbrennung,-feier, mögen als Beispie-le angeführt sein. Für die Erstellung des Registerbandes zeichnet Tibor Haniffel alsSchriftleiter der Verbandszeitschrift verantwortlich. Auch als Kustos des bekanntenBestattungsmuseums der Wiener Stadtwerke- Städtische Bestattung hat der Ver-

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