für die Redaktion verantwortlich. Das Buch soll durch die Vermittlung von Kennt-nissen über das Gewordene und Gewachsene zur Selbstfindung führen und den har-monischen Zusammenschluß der vier Dörfer zu einer einzigen Gemeinde aufzeigen.Den Beweis, inwieweit das gelungen ist, bleibt das Buch allerdings schuldig. Ange-sichts der religiösen und sprachlichen Unterschiede und des ausgeprägten eigenstän-digen Vereinslebens in den einzelnen Dörfern sind hier Zweifel anzumelden. DasBuch ist aber sicher geeignet, die Integrationsbemühungen zu fördern. Darüber hin-aus enthält es ein Kapitel„, Volkskundliches", das von Rudolf H. Hrandek, der heuerleider plötzlich verstorben ist, geschrieben wurde und auf seinen eigenen Befragun-gen und Beobachtungen basiert. Märchen, Sagen, Kulinarisches, Redensarten, Kin-derreim und-spiel und ein Abschnitt aus dem Jahreskreis, in dem er besonders dasBlochziehen beschreibt und auf den Wandel vom lustigen Rügebrauch zur Frem-denattraktion hinweist, werden behandelt. Jakob Dujmovits schildert in seinem Bei-trag über das„, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum im Jahreskreis" aus dem kroatischen Ortsteil Eisenhüttlausführlich den Ablauf einer kroatischen Hochzeit.
Franz Grieshofer
Bruno G. Schüch( Hg.), 200 Jahre Pfarre Neustift am Walde. Ein Heimat-büchlein. Pfarre Neustift am Walde, Wien 1983, 164 S., Abb.
Ein Heimatbüchlein nennt sich diese Festschrift, die primär als bleibende Erinne-rung an das Jubiläum für die Bewohner der beiden alten Wiener Vororte Neustiftam Walde und Salmannsdorf gedacht ist. Wie der Herausgeber, Pfarrer Bruno G.Schüch, betont, sollte es keine trockene, wissenschaftliche Arbeit werden. Die Listeder Autoren verbürgt aber, daß die zahlreichen Beiträge zur Geschichte diesesWienerwaldtales( Erich Kittel), zur Bevölkerungsgeschichte vom 15. bis 18. Jahr-hundert( Martha Wetter), zur Vorgeschichte der Pfarre Neustift und über den Ordender Augustinerchorherren( Floridus Röhrig) wissenschaftlich fundiert sind. PfarrerBruno G. Schüch steuert selbst eine„ Kurze Geschichte der Pfarre" und einen Bei-trag über die Pfarrkirche bei, die auf eine Pestkapelle zurückgeht, die der ItalienerMarco Abundio 1713 erbauen ließ. Ihre Kunstschätze werden von Arthur Saligervorgestellt. Weiters werden das Schulwesen, die Friedhöfe, Straßen-, Gassen- undWegnamen und bedeutende Persönlichkeiten behandelt. Aus der Dissertation vonWalter Herrmann stammt der Auszug über„ Die Flur- und Riednamen von Neustiftam Walde und Salmannsdorf". Klar, daß in einer solchen Festschrift der Weinbaunicht fehlen darf( Viktor Kattinger), in der sich am Schluß die Weinhauer der beidenOrtsteile selbst vorstellen. In dem Beitrag von Ingeborg Karger„ Kirchliches undweltliches Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum“ wird über den Neustifter Kirtag berichtet. Elisabeth Gamill-scheg schildert„ Die Bildstöcke und Hauszeichen im Pfarrgebiet“. Insgesamt alsoauch für die Volkskunde ein lesenswertes„ Heimatbüchlein".
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Franz Grieshofer
Bruno Riegler, Ybbsitz, 500 Jahre Markt 800 Jahre Seelsorge. Verlag Nieder-österreichisches Pressehaus St. Pölten/ Wien, 1982², 212 S., 23 Schwarzweiß- und250 Farbbilder.
Dieses Heimatbuch hält in Wort und schönen, größtenteils farbigen Bildern dengenauen Ablauf des Jubiläumsjahres fest. Es enthält aber auch viele Daten zur geist-lichen und weltlichen Geschichte des Marktes. Den Hauptteil, der auch volks-
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