in Nadasch/ Mecseknádasd und Altglashütten/ Obánya" ebenfalls im südungarischenKomitat Baranya mit dem II. Teil fort. Nördlich davon liegt das Komitat Tolnau.In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die infolge der Türkenkriegeverwüstete Gegend mit Familien aus Fulda besiedelt. Ida Hambuch geht in ihremArtikel über die„ Volkstracht der Fuldaer Siedlung Mutsching/ Mucsi" vor derBeschäftigung mit dem eigentlichen Thema ausführlich auf die Besiedlungs-geschichte, Bevölkerungsbewegung und die Lautlehre der fränkischen Mundart desDorfes ein.
Nördlich von Budapest, im Budaer Bergland, befindet sich die Ortschaft St. Iwanbei Ofen/ Pilisszentiván, in der bis in die sechziger Jahre Bergbau betrieben wurde.Katharina Osztheimer veröffentlicht in ihrem Beitrag 21 Lieder aus dieser Ge-meinde, hebt aber zuvor auch Probleme der Wandlungen des Liedes an Hand einerAnalyse einzelner Lieder hervor.
Dem folgt ein Bericht von Karl Manherz über die Forschungsarbeit der Volks-kundler und Mundartforscher in Altglashütten/ Obánya( 1. bis 6. August 1977).
Den Abschluß bilden Arbeiten von zwei schon verstorbenen Mitgliedern der deut-schen Volksgruppe aus Elek, im Komitat Békés, nahe der rumänischen Grenze ge-legen. Josef Banner und Georg Mester beschäftigen sich zuerst mit dem,, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum der Fasten- und Osterzeit bei den Eleker Deutschen“, dann analysiertJ. Banner„ Deutsche Personennamen in Elek", und zwar Familiennamen, Tauf-namen und Übernamen( Spitznamen). Übernamen aus der ungarischen und rumä-nischen Sprache machen einmal mehr den kulturellen Austausch deutlich, einenAspekt, der im Sinne einer„ Interethnik“ von der Minderheitenforschung doch nochmehr berücksichtigt werden sollte.
Barbara Mersich
Adam Wenner, Tagebuch der kaiserlichen Gesandtschaft nachKonstantinopel, 1616-1618. Hrsg. u. erläutert v. Karl Nehring( Veröffent-lichungen des Finnisch- Ungarischen Seminars an der Universität München,Serie C: Miscellanea, Bd. 16), München 1984, brosch., XIV+ 148 Seiten.DM 42,-.
Reisebeschreibungen verschiedenster Art behalten erstaunlicherweise auch heuteim Zeitalter des nahezu unbeschränkten Reisen- Könnens in fast alle Teile der Erdeihren Reiz. Das gilt auch für den vorliegenden Nachdruck einer im frühen 17. Jahr-hundert durchgeführten Diplomatenreise von Prag nach Konstantinopel und zurückzu Wasser( Donau) und zu Lande. Dies zu einer Zeit, als die Habsburger nicht mehrnur zum Überbringen des Tributes für weite Teile Ungarns Geld und Gaben an denSultan schickten, sondern schon eine erstaunlich große Gesandtschaft( 150 Perso-nen!) als Römisch- Deutsche Kaiser dem Sultan, der nach dem Frieden vonZsitvatorok( 1606) die Hegemoniebestrebungen auch über christliche Länder auf-gegeben hatte, gleichberechtigt" gegenüber treten ließen. So beschreibt denn auchAdam Wenner aus Crailsheim( seine Familie zählt zu den Vorfahren Goethes!) alsSekretär des kaiserlichen Gesandten( Orator) in diesem 1622 zu Nürnberg erstmalsund 1665 ebenda erschienenen Reisetagebuch das Diplomaten- und Diener- wieSoldaten- Alltagsleben auf beschwerlich langer Fahrt, die Lebensmittel-( ,, Victua-lien"-) Versorgung durch die Türken und auch die kaiserlichen Geschenke an
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