Eröffnung des Mährisch- Schlesischen Heimatmuseums
Am 24. März 1984 wurde das neugestaltete Mährisch- Schlesische Heimatmuseumin Klosterneuburg eröffnet. Die Hinzugewinnung neuer Räume der Rostockvillasowie die Adaptierung der Räume durch die Stadt Klosterneuburg ermöglichte eineNeuaufstellung der Sammlung und die Gestaltung einer Sonderausstellung über,, Religiöses Leben und Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum im Ostsudeten- und Beskidenland".
Der Beskidenraum nimmt durch die Einrichtung der„ Beskidenstube", die auseiner ,, Ostschlesischen Sammlung" hervorgegangen ist, eine Sonderstellung ein.Eine umfangreiche Kartendokumentation verhilft zu einem Überblick über dietopographischen Verhältnisse.
Der Begriff des„ Heimatmuseums" erscheint in diesem Fall von einem besonderenBlickwinkel aus betrachtet. Es handelt sich hier nicht um Objekte der Sachkultur,die in derselben Region ausgestellt werden, aus der sie stammen, sondern durchlie-fen in ihrer Bewertung gleichsam eine Art Schleuse; gehören sie doch zu demWenigen, was die aus dem sudetendeutschen Raum Vertriebenen im Fluchtgepäckmitnehmen konnten, also in erster Linie Fotos, Dokumente, kleinere Bilder, Gläser,Wäsche, Hauben und andere Teile der Tracht.
Die Sonderausstellung thematisiert eben diese Situation in bezug auf die Religio-sität der Menschen. Als„ greifbare Erinnerung“ dienen Taufbriefe, Andenken anErstkommunion, Firmung, Hochzeit, Priesterweihe und Begräbnis. Die Bedeutungdes Gewerbes zeigen zwei Betriebe, eine Gebetbuchdruckerei und eine Paramen-tenerzeugung.
Der Frühjahrsfestkreis wird durch Damenspenden von Vereinskränzchen imFasching und durch das„ Kreuzlstecken“,„ Saatreiten“ und„ Schmeckostern"charakterisiert. Es folgen Erinnerungen an Erntedank und Kirmes. Zum Weih-nachtsfestkreis gehört unter anderem der„ Umzug des Christkindleins" und das,, Gnadenreiche Prager Jesulein".
Besondere Aufmerksamkeit wird dem Wallfahrtswesen gewidmet, ebenso derKrippenschnitzkunst.
Als besonders hilfreich für den Besucher erweist sich der Leseraum mit Archiv,Zeitschriftensammlung und Bibliothek. Damit stellen sich die sämtlich ehrenamtlichtätigen Mitarbeiter auch selbst ein gutes Zeugnis aus, ist doch die archivalischeArbeit viel zeitaufwendiger und für den Nichteingeweihten viel„ unattraktiver“ alsdie Gestaltung einer Sammlung.
Barbara Mersich
„ Europäische Buntpapiere
www
Barock bis Jugendstil."
Jahresausstellung des Graphischen Kabinetts des Stiftes Göttweig
Die 33. Jahresausstellung des Graphischen Kabinetts des Stiftes Göttweig stehtunter dem Thema„ Europäische Buntpapiere Barock bis Jugendstil".
Diese Ausstellung erfolgt erstmals in Zusammenarbeit mit der Bibliothek undKunstblättersammlung des Österreichischen Museums für angewandte Kunst inWien, die zu den Göttweiger Beständen ihre Musterblättersammlung hinzufügt.Damit ergibt sich für dieses Thema eine selten glückliche Konstellation, da die
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