Hans Gschnitzer, Herlinde Menardi, Tiroler Volkskunstmuseum, Kata-log 1: Essen und Trinken, Feuer und Licht. Innsbruck, Verlag Dr. Ru-dolf Erhard der Firma Rauchdruck, 1983. 122 Seiten, zahlreiche, auch farbige Ab-bildungen.
Das Tiroler Volkskunstmuseum- 1888 anläßlich des vierzigjährigen Regierungs-jubiläums Kaiser Franz Josephs I. als Gewerbemuseum, d. i. Mustersammlung vonzeitnahen Erzeugnissen handwerklichen Fleißes, gegründet, 1903 zu einem TirolerVolkskunst- und Gewerbemuseum ausgebaut und 1926 aus dem Eigentum der Tiro-ler Handels- und Gewerbekammer in den Bestand des Landes Tirol übergeleitetverfügt seit der Direktion von Josef Ringler( Leitung von 1929 bis 1958 mit Unterbre-chung in den Jahren 1938 bis 1945) und von dessen Nachfolger Franz Colleselli( Lei-tung von 1959 bis 1979) über eine festgefügte Daueraufstellung, welche nunmehr inEntsprechung eines immer wieder geäußerten Wunsches der Fachwelt und des sehrgroßen Besucherkreises vom jetzigen Direktor Hans Gschnitzer und seiner wissen-schaftlichen Mitarbeiterin Herlinde Menardi in einem gründlichen und zugleichhandlichen Katalog dokumentiert wird. Nicht zuletzt in Hinblick auf das in wenigenJahren bevorstehende einhundertjährige Bestandsjubiläum des Museums ist eineReihe von insgesamt vier Katalogbänden geplant, welche in Text und Bild dieSammlungsbereiche I. Essen und Trinken, Feuer und Licht, II. Stuben und Öfen,Hausmodelle, III. Bäuerliche Arbeit, Handwerk und Handel, IV. Religiöse Volks-kunst, Jahres- und Lebensbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Lebensbrauchtum, Spiele und Sport umfassend darstellenwerden. Die ebenso wichtigen Themen- bzw. Sammlungsbereiche wie Weihnachts-krippen, Möbel und Trachten sind von dieser Planung ausgenommen, da hierfür ein-schlägige Führer( Franz Colleselli, Führer durch die Krippenabteilung, Erstauflage1965) und Buchveröffentlichungen( ders., Tiroler Bauernmöbel, Erstauflage 1967,seither fünf Auflagen) vorliegen bzw. sich in Vorbereitung befinden( Trachten).
Der vorliegende Katalog„ Essen und Trinken, Feuer und Licht" zeichnet sich mitseinem schmalhohen Format durch eine gepflegte äußere Gestaltung aus und kannetwa an die Seite der bekannt qualitätsvollen Führer des Germanischen National-museums in Nürnberg gestellt werden, die hier wohl mit als Vorbild gedient haben.Die Autoren wenden sich erklärtermaßen an den fachkundigen Besucher, den Fach-mann und den Sammler, weshalb jedes Kapitel und jede Gegenstandsgruppe voneinem betont knapp gehaltenen Erläuterungstext( Form, Funktion, Geschichte,Verbreitung, Bedeutung) und einer allgemeinen sowie regionalen Auswahlbiblio-graphie eingeleitet wird. Es folgen darauf jeweils die gedrängt abgefaßten Objekt-beschreibungen zu den einzelnen Ausstellungsgegenständen mit Angaben zu Benen-nung, Material, Form, Dekor, Verwendung, Maße, Standort und Inventarnummer.Die Reihenfolge der einzelnen Sachgruppen ergibt im Gesamt eine brauchbareSachgliederung, die der Übersicht halber in einem zusätzlichen, in dieser ersten Aus-gabe des Katalogs allerdings noch vermißten Inhaltsverzeichnis eigens hervorzuhe-ben wäre. Eine solche Übersicht sei zur Orientierung hier nachgetragen: Essen undTrinken: Bratspieß, Bratspieẞuhr und Bratrost; Töpfe und Häfen; Bronzetöpfe;Glockenspeishafen; Ölkrüge; Schöpfer und Seiher; Muskatreiben; Messer undStreicher; Krapfenradel und-gabeln; Siebschüsseln; Brotgrammeln; Wasserbehäl-ter und Weinkannen; Tonkrüge; Salzbehälter, Butterdosen und Eierbehälter;Honigkrüge; Küchengeräte und-maschinen; Mörser; Gebäckmodel; Backmodelaus Ton und Zinn; Kupfermodel; Waffeleisen; Pfannknechte; Löffel und Bestecke;Holzteller und Holzschüsseln; Teller aus Ton; Krapfenteller und Krapfenplatten;
72