Mehrzweckhalle könnte dem 8. Wiener Gemeindebezirk für verschiedene kulturelleund volksbildnerische Aktivitäten dienen und damit zur Bereicherung des kulturel-len Lebens dieses Bezirkes beitragen."
Die Museumsdirektion wird nunmehr bestrebt sein, dieses in einer ersten Planungbereits vorliegende Projekt im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wis-senschaft und Forschung, dem Magistrat der Stadt Wien und der Bezirksverwaltungverstärkt voranzutreiben, um jene Wirkungsmöglichkeiten zu erhalten, die demUmfang und der Bedeutung dieser Sammlungs- und Forschungsstätte der gesamt-österreichischen und vergleichend europäischen Volkskunde gerecht werdenkönnen.
Klaus Beitl
Salzburger Landesinstitut für Volkskunde eröffnet
Am Samstag, dem 5. November 1983, wurde im Rahmen eines Festaktes in derSalzburger Residenz die Gründung und Eröffnung des Salzburger Landesinstitutsfür Volkskunde mit einer Rede des Landeshauptmannes Dr. Wilfried Haslauer infeierlicher Form vorgenommen. In einem Bericht der„, Salzburger Landes- Zeitung.Amtsblatt der Behörden, Ämter und Gerichte Salzburgs"( 203. Jahrgang, Nr. 33,vom 15. November 1983) wird dazu ausgeführt:
Leiterin des Instituts ist Frau Dr. Rotraut Acker- Sutter, die sich, wie der Landes-hauptmann betonte, durch ihre Tätigkeit in der Salzburger Heimatpflege und ihrewissenschaftlichen Arbeiten hervorragenden Ruf erworben habe.
Grundlage für die Gründung des Landesinstituts für Volkskunde sei die Bereit-schaft der Gesellschaft für den Volkskundeatlas in Österreich gewesen, das Atlas-material auszugliedern und Salzburg zu übergeben, wo es weiter bearbeitet werde.Daß dies möglich gewesen sei, sei nicht zuletzt Landtagspräsident Hans Schmidin-ger, Präsidiumsmitglied der Volkskundeatlasgesellschaft, zu danken. Außerdemdankte der Landeshauptmann mit großem Nachdruck dem Nestor der Österreichi-schen Volkskunde, Univ.- Prof. Dr. Richard Wolfram, dafür, daß er seine gesamteBibliothek mit rund 5000 Bänden, seine Fotosammlung und sein privates For-schungsmaterial dem Salzburger Volkskundeinstitut überlassen werde und damitvielen Interessenten zugunsten Salzburgs abgesagt habe.
In ähnlicher Weise sei, unterstrich Landeshauptmann Dr. Haslauer, Frau GertrudHerr- Spiess aus Wien für die Überlassung des Nachlasses ihres Vaters, des bedeu-tenden Volkskundeforschers und Kunsthistorikers Karl von Spiess, zu danken, undebenso Professor Dr. Karl Haiding aus Stainach- Irdning für die Überlassung seinerSammlung„ Spiel und Spruch“ aus dem deutschsprachigen Raum.
Als einen der engagiertesten Wegbereiter bezeichnete der LandeshauptmannProf. Dr. Kurt Conrad, der derzeit das Freilichtmuseum in Großgmain aufbaut. Ihmsei es mit zu verdanken, daß das Landesinstitut für Volkskunde Wirklichkeit werde.Landeshauptmann Dr. Haslauer unterstrich abschließend, Volkskunde umfasseviele Bereiche des menschlichen Lebens, umfasse die Landesgeschichte, die Topo-graphie, das Klima, die Religion, die Geistesentwicklung und das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum.Möge, schloß der Landeshauptmann, der große Reichtum an geistigen, künst-
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