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ÖZV, LXXV/ 124, 2021, Heft 1
Bräuche auszumerzen. Er behauptet, dass die Mehrheit der Einwoh-ner* innen Samogitiens( eine Landschaft im westlichen Teil des heuti-gen Litauens) heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag heidnische Traditionen beibehalten habe und häuslichenGottheiten huldige. Besonders verehrt wurden vierbeinige Otter:
„ Man findet noch biss auff diesen Tag in vielen[...] dörffern,dass die armen bauern,[...] gewisse ottern in ihren häusernhegen, welchen sie grosse ehrerbietigkeit erweisen, indemsie meynen, dass ihnen ein grosses unglück begegnen würde,wenn diesen götzen einiger schade geschähe.“
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Die Reisenden bemerken schließlich auch eine gewisse Faulheit,Trägheit und Nachlässigkeit, wie beispielsweise die folgenden Zeilenvon Ulrich von Werdum zeigen:
„ Sonst ist die polnische Nation durchgehends nachlässig undfaul, die nur das nothwendigste überall bestellet, und den Restunterwegen läßt, daher kommts, daß ihre meisten Häuserund Kirchen von Holz gebauet, wievohl sie sonst mit Brich-steinen, auch gutem Thon zu Ziegelsteinen überflüssig ver-sehen sind[...]. In keiner polnischen Stadt findet man ein gutGassenpflaster, und liegen doch alle Felder mit Kieselsteinenbedecket[...]."
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All diese Eigenschaften liegen den Vorstellungen über eine„ polnischeWirtschaft" zugrunde, die ein Synonym für Planlosigkeit, primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitiveSitten und generell Rückständigkeit war.31
2.2 Schwächen, Präferenzen und Vorlieben und das StaatssystemDie drei folgenden Kategorien„ Untugent“,„ Lieben“ und„ Erkennenfür ihren Herrn" werden nachstehend zusammen erörtert. In denReiseberichten ist überliefert, dass die Polen die adelige Herkunfthochschätzten, Prahler gewesen seien und ihren König selbst wählten.
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Ebd., S. 284.
Werdum( wie Anm. 18), S. 129-130.
Vgl. Hubert Orłowski:„ Polnische Wirtschaft“. Zum deutschen Polen-diskurs der Neuzeit. Wiesbaden 1996; Jacek Kordel: Zur Genese desBegriffs, polnische Wirtschaft“. In: Przegląd Historyczny 4( 111), 2020,S. 879-902.