Jahrgang 
111 (2008) / N.S. 62
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2008, Heft 3

Chronik der Volkskunde

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,, Basque Recordings" von 1913 weitere Aufnahmen, die ebenfalls 2003 inder genannten CD- Reihe der Akademie der Wissenschaften erschienen sind.Trebitsch publizierte nicht nur im Umfeld der Wiener AnthropologischenGesellschaft und des Vereins für Volkskunde. Seine Reiseberichte fandenauch Niederschlag in populärwissenschaftlichen Zeitschriften, wie zumBeispiel der ,, Urania. Aus seinem Nachlass, der dem Museum 1919 über-geben wurde, sind Mitschriften mehrerer Vorlesungen, darunter vomWintersemester 1914/15 bei Arthur Haberlandt, der ebenfalls 1911 promo-vierte und 1914 habilitierte, über die Ethnographie Afrikas und bei demAnthropologen Rudolf Pöch über die Ethnographie Australiens erhalten. ImKonvolut findet sich auch ein mit 1910 datiertes Notizheft mit der Beschrif-tung: ,, Vorbereitungen für die Asienreise. Es gibt keinen Hinweis darauf,dass diese Reise stattgefunden hat, jedoch waren die Planungen dafüroffensichtlich schon weit fortgeschritten. Die Aufzeichnungen enthaltenneben Inhalts- und Literaturnotizen Reiserouten mit Zeitangaben sowieAngaben zu Kontaktpersonen. Weiters finden sich in dem Heft Einträge zuImpfungen sowie Medikationen. Der Vermerk, Chinin an die Primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  Primitivenabgeben lässt darauf schließen, dass der Mediziner Trebitsch bei seinerReiseplanung auch an medizinische Hilfe gegen Malaria dachte. Die Ge-samtheit seines schriftlichen Nachlasses verweist auf sein weitgreifendeswissenschaftliches Interesse und nicht zuletzt auf seine innere Mobilität.

Rudolf Trebitsch verfügte als Sohn eines Wiener Seidenfabrikanten of-fensichtlich über genügend finanzielle Mittel, um sowohl die genanntenReisen, den Ankauf der Objekte als auch die Ausführung der Sprachfor-schungen selbst zu finanzieren. Den Verein für Volkskunde unterstützte erdarüber hinaus mit teilweise stattlichen Spenden zu Gunsten des laufendenBetriebs und der Vergrößerung der ,, vergleichenden Sammlungen. Ab 1914war er Mitglied des Ausschusses des Vereins und erhielt auf BetreibenMichael Haberlandts das Ritterkreuz des Franz- Josef- Ordens² und später

2 Exzerpt aus dem Empfehlungsschreiben Michael Haberlandts vom 21. Oktober1912 zur Verleihung des Ritterkreuzes des Franz- Josef- Ordens: ,, Herr Dr RudolfTrebitsch hat des Weiteren in Betätigung neuerlicher Munificenz und seinesspeziellen Interesses für die Volkskunde Europas und zumal Österreichs dem k.k.Museum für österreichische Volkskunde umfangreiche vergleichende Volks-kunde sammlungen aus Bosnien, Serbien, Russland, der Schweiz, Frankreich undItalien im faktischen Anschaffungswerte von 5000 Kronen, sowie des Hausfondsdes k.k. Museums für öst. Volkskunde überwiesen. Herr Dr Rudolf Trebitsch hatsich bereit erklärt, das genannte Museum auch künftig mit jährlichen Baarbe-trägen[ sic] von je 3000 Kronen zu unterstützen." Archiv ÖMV, SammlungTrebitsch.