Aufsatz in einer Zeitschrift 
museum_inside_out : ein museologischer Laborversuch
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2008, Heft 2

Mitteilungen

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beherbergen/ veröffentlichen/ lesen/ sammeln/ erhalten/ konservieren/bewirtschaften/ forschen/ zeigen/ kommunizieren/ vermitteln war daserste Setting der Arbeitsplätze zugeordnet. Räumliche Überschneidungender Tätigkeiten waren nicht nur vorgesehen, sondern sollten auch durch dieMobilität der Arbeitsplätze gefördert werden. Eine enorme Verbesserung derKommunikation zwischen dem Museumspersonal war die Folge. Für dasPublikum stand mit den Handlungsworten eine weitere Wahrnehmungs-möglichkeit, angelehnt an die gewohnten Museumsparameter, zur Verfü-gung.

Der erste Raum der Schau legte also viele rote Fäden aus, entlang dererman sich durch die Werkstatt bewegen konnte. Der Umgang mit der Band-breite der Erlebnis- und Vertiefungsangebote wurde durch das Textkonzeptgefördert. Jeder Raum war durch die weiter oben schon beschriebenenRaumtexte und die Handlungsworte definiert, die zweite Ebene bildeten dieTextinterventionen, die an verschiedensten Orten im Display vom Museum-spersonal angebracht werden konnten. Für Objekte oder Objektgruppen, dieauf den Bearbeitungstischen zu hegen kamen, standen eigens produzierteHängeregister zur Verfügung, in die unter entsprechenden Schlagwortenweiterführendes Textmaterial eingelegt werden konnte. Auf diese Weise warauch ein Verweissystem innerhalb der Projekträume möglich geworden, dasbeispielsweise in die in die Räume integrierte Bibliothek mit bereitgestell-tem Handapparat und von dort weiter in die eigentliche Bibliothek führenkonnte. Als letzte Vermittlungsebene wurde das Gespräch mit dem anwe-senden Museumspersonal am jeweiligen Arbeitsplatz angeboten. DieBesucherInnen waren explizit zum Dialog eingeladen.

Die Praxis im Umgang mit den MuseumsbesucherInnen zeigte, dass esnotwendig war, eine gewisse Schwellenangst beim Betreten der Projekträu-me aus dem Weg zu räumen. Letztlich musste die Vorstellung überwundenwerden, Menschen bei der Arbeit im Büro zu stören. Man ging dazu über,BesucherInnen am Eingang zu den Räumen zu begrüßen und sie im weites-ten Sinne hereinzubitten, was auch Erfolg hatte.

Das Projekt hatte innerhalb der internationalen Fachwelt große Neugierund auch Begeisterung ausgelöst. Die internationale Museologin und Mu-seumsmanagerin Elaine Heumann- Gurian, eine der Festrednerinnen bei derICOM- Generalkonferenz im August 2007 in Wien, hinterließ bei ihremBesuch ihre höchste Wertschätzung für ein engaging, interesting andwonderful experiment in sharing authority". 12 Das war nicht nur erfreulich,sondern mochte auch ein Hinweis sein, dass man sich auf dem richtigen Wegbei der Perspektivenarbeit für ein volkskundliches Museum befand.

12 Eintrag in das Besucherbuch des Museums, August 2007.