Aufsatz in einer Zeitschrift 
museum_inside_out : ein museologischer Laborversuch
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Mitteilungen

ÖZV LXII/ 111

besetzt, wurde die fehlende Präsenz stets durch die persönliche Box kom-pensiert.

Ebenfalls zu Beginn des Rundganges standen dem Publikum drei Hörsta-tionen zur Verfügung. Eine widmete sich der Objektinventarisierung als demMoment, in dem die Karriere des Objekts im Museum beginnt. Eineausgebildete Stimme las dramaturgisch angereichert aus den Eingangsbü-chern und Karteikarten des Museums. Ausgewählt wurden Passagen, dieentweder die pragmatischen Routinen dieser Arbeit betonten, oder fastschon der Persiflage nahekommende nachträgliche Korrekturen und allzudetaillierte Objektbeschreibungen. Hier sollte festgeschriebenes Wissenrelativiert werden und die prägende Rolle der Kuratorinnen und Kuratorenbei der Objektivierung von gesellschaftlichem Wissen angedeutet werden.Die zweite Hörstation stellte sehr allgemeine Fragen an das Publikum, diehelfen sollten, das Arbeitsfeld Museum für den Dialog mit den Besucher-Innen zu öffnen. Durch Fragen wie ,, Wer darf mitreden?" ,,, Was fehlt hier?",, Was soll hier gezeigt werden? oder, Was macht Lust?" sollte die Mög-lichkeit geschaffen werden, sich von Sehgewohnheiten zu lösen und entlangdieser exemplarischen Fragen durch die ungewohnte Schau zu gehen.

An der dritten Station waren unter dem Titel Gedanken im Handlungs-feld Zitate unterschiedlicher AutorInnen zu Theorie und Praxis des Muse-ums zu hören. Damit sollte auf die Dynamik des breiten Kulturbegriffs, derin diesem Museum zu behandeln ist, verwiesen werden.

Diese drei Hörstationen waren an einer Wand aus Schaumplatten mon-tiert. Die gestalterische Assoziation war eine Pinwand, an der Informationenflexibel angebracht werden konnten. Neben kurzen Texten zu den Hörsta-tionen wurde an diesem Platz auch auf die Geschichte des Hauses verwiesen.Die Präsentationsform der Pinwand tauchte auch drei Räume später wiederauf. Hier waren rund acht Laufmeter Wand mit den gleichen Schaumplattenverkleidet, darauf waren die Fragen der zweiten Hörstation noch einmalplatziert. Diese Fläche diente der Interaktion mit dem Publikum, nachdemes sich in den Räumen umgesehen und von Fall zu Fall mit den anwesendenMuseumsmitarbeiterInnen in einen Dialog getreten war. Im Grunde solltenhier Anregungen, Kritik und andere qualitative Statements Platz finden. Zielfür das Museumspersonal war, sich einmal pro Woche vor der Wand zutreffen und auf neue Statements zu reagieren.

Die Eingangssituation der Schau beinhaltete auch einen Raumplan, des-sen Raumwidmung farblich mit den weiter oben genannten Arbeitsberei-chen des Museums korrelierte. Angelehnt an die klassischen Aufgabenbe-reiche des Museums waren diese Räume durch sogenannte Handlungswortedefiniert, was sich auch grafisch in Form von großen Farbbalken an denWänden der einzelnen Räume niederschlug. Den Begriffen ,, arbeiten/