2008, Heft 2
Mitteilungen
153
Was die Auswahl der Objekte betraf, oblag die Zusammenstellung derObjektgruppen für die Vitrinen, Regale und Präsentationstische primär denindividuellen Arbeitsvorhaben und wurde mit den anderen TeilnehmerInnender Gruppe abgestimmt. Die Raumtexte, als ein Teil einer mehrschichtigenBetextung der Ausstellungsbühne, wurden jeweils von Zweierteams erstelltund von allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe gelesen und mit Kommentarenversehen. Die Endredaktion lag schließlich bei einer Person. Diese Art derkollektiven Textproduktion bündelte die unterschiedlichen Perspektiven aufdie thematischen Vorgaben der gestalteten Räume. Die Erstellung dieserTexte war sicherlich eine der besonderen Leistungen der Gruppe, bedenktman die vielen Diskussionen bis zur Fertigstellung dieses an sich hermeti-schen Textformates. Textproduktion an sich war eine komplexe Aufgabe indieser Schau, befand sich doch das Objektmaterial einerseits ständig inBewegung, andererseits oblag es den MitarbeiterInnen, ihren Arbeits-schwerpunkten entsprechend, mehr oder weniger umfangreiche Textele-mente anlassbezogen in die Objektreihen zu platzieren. Diese Textinterven-tionen waren mit einem Grundlayout versehen und ließen maximale Flexi-bilität auf der Erzählungs- und Beschreibungsebene zu. Die Texte warenpersonalisiert und somit auf den/ die Verfasser/ in und seine/ ihre professio-nelle Argumentationsgrundlage rückbeziehbar.
Beziehungen zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Mu-seums und dem Publikum zu schaffen, war ein Schwerpunkt des Projekts.Daher legte das Gestaltungskonzept am Beginn des Rundganges zunächsteinmal die Strukturen des Wiener Volkskundemuseums offen. Neben einemOrganigramm der mit Farben kodierten Arbeitsbereiche und Abteilungendes Museums wurde eine Tafel mit den Namen und Fotos der Mitarbeiter-Innen und ihren Funktionen angebracht. Jeder einzelnen Person war einbalkenförmiges Farbspektrum zugeordnet, das in seiner farblichen Zusam-menstellung auf Daten einer im Vorfeld der Ausstellung durchgeführtenArbeitsplatzevaluierung beruhte. Neben Überschneidungen und Fehlstellenim Tätigkeitsspektrum des Museums, die hier sichtbar wurden, führtediese Personaltafel zu den einzelnen Arbeitsplätzen in den Ausstellungs-räumen. Dort hatte jede/ r Mitarbeiter/ in eine Box für die notwendigenArbeitsmittel. Diese Boxen waren insofern personalisiert, als sie eben-falls mit einer Abbildung der Person, einem Farbcode und einem State-ment über die eigene Tätigkeit im Museum versehen waren. Internbezeichnete man das als die poetische Arbeitsfeldbeschreibung, da dieAusdrucksform nur durch den verfügbaren Raum und die grafischenLeitlinien bestimmt waren. Sowohl Arbeitstische als auch Boxen warenauf Rollen montiert, sodass sich das Personal je nach Arbeitsnotwendig-keit frei in den Räumen bewegen konnte. War ein Schreibtisch nicht