Aufsatz in einer Zeitschrift 
museum_inside_out : ein museologischer Laborversuch
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2008, Heft 2

Mitteilungen

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wickelt, um an Perspektiven und Inhalten zu arbeiten. Dabei sollte sowohldie interne als auch die öffentliche Reflexion des Museums belebt werden.Ein Jahr wollte sich das Museum Zeit nehmen, um auf diese Art Schnittstel-len zwischen der Innen- und der Außenwelt sowie zwischen Theorie undPraxis des Museums zu begründen bzw. weiterzuentwickeln. Wichtig warendabei die aufeinander aufbauenden Module, die es ermöglichen sollten,unter Heranziehung unterschiedlicher qualitativer Öffentlichkeiten, vor-handene Arbeitsergebnisse jeweils zu reflektieren und auf ihre Praxis hin zuuntersuchen. Diese qualitativen Öffentlichkeiten sollten je nach Arbeitsmo-dul durch Personen aus dem kulturwissenschaftlichen, museologischen,medialen oder/ und Kultur konsumierenden Bereich besetzt werden.

Die inhaltliche Struktur gliederte sich in drei Bereiche: Ein Haus undwessen Geschichte?" 11 thematisierte die grundlegenden Bedingungen desMuseums und seiner Sammlungen. Dabei sollte die Spezifik volkskundli-cher Museen in Bezug auf ihre Forschungsfelder, ihre abgeschlossenenhistorischen Sammlungskomplexe sowie ihre Defizite bei gegenwärtigenSammlungsaufgaben zur Debatte gestellt werden.

Ein weiteres Modul sollte der intensiven Auseinandersetzung mit derAusstellungspraxis im Museum dienen. Das Sichtbarmachen sozialer In-und Exklusionsprozesse im Rahmen der Ausstellungsprogrammierung soll-te Anregungen für weiterführende Sammlungsstrategien auf Basis aktuellerGesellschaftsthemen geben. Notwendige Maßnahmen und Aktivitäten zurEinbindung bisher übersehener Gesellschaftssegmente hätten sich heraus-kristallisiert. Die Möglichkeit, über Ausstellungen als polymediale Kommu-nikationsmittel Arbeitsbegriff und Aktionsradius des Museums zu erwei-tern, war nicht nur faszinierend, sondern auch in Hinblick auf die sichzunehmend etablierenden Aspekte der Teilhabe im Museum zukunftswei-send.

Im dritten Bereich lag der Fokus auf der Öffentlichkeit, wobei davonausgegangen wurde, dass sie im Museum mit einer scheinbaren Objektivitätder Erzählung konfrontiert wird. Die Wirkmacht der Sammlungen in Hin-blick auf ihren Beitrag bei der Herstellung nationaler und regionaler Ge-meinschaftsproduktion sollte hinterfragt und das Gezeigte dahingehenduntersucht werden, ob es weniger der Weitergabe von Mehrheitswissensondern dem Dissens- der Streitkultur- in einem Museum, das sich alsVerhandlungsort definiert, dienen könnte.

Dieser Zugang ermöglicht einer musealen Institution, die ihr Selbstver-ständnis aus einer historischen, europaweiten Sammlungstätigkeit generiert,ein weitläufiges differenziertes Aktionsfeld, für das erst entsprechende

11 Projektpapier, Stand 02.02.2007.