Aufsatz in einer Zeitschrift 
museum_inside_out : ein museologischer Laborversuch
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Mitteilungen

ÖZV LXII/ 111

Themenbearbeitung, ein Ort des Dialogs. BesucherInnen unterlagen vor-derhand keiner hierarchischen Ordnung im Display. Die KuratorInnen,Restauratorinnen und Vermittlerinnen saßen drei Tage pro Woche im öffent-lichen Bereich und waren jederzeit ansprechbar. Der Weg dorthin- oder bisendlich alle an ihrem Platz saẞen- war nicht einfach, galt es doch innerhalbdes Museums mit diversen Selbstverständlichkeiten und Gewohnheitensowohl im Büroalltag als auch in der Zeige- und Vermittlungspraxis zubrechen.

Die ersten Auslotungen im Team bezüglich eines gemeinsamen Einzugsin die Ausstellungsräume stießen zunächst auf partiellen Widerstand, vonkonzeptionellen Leitlinien war da noch keine Rede. Soviel vorab: Als dasProjekt beendet wurde, wollte niemand mehr aus der Werkstatt ausziehen.

Ansatz für die ersten konzeptionellen Ideen war der Wunsch, die gesamteArbeit in Zusammenhang mit der diversen Dingwelt eines kulturhistori-schen Museums zu zeigen. BesucherInnen konnten schließlich entlang vonmultifunktionalen Arbeitsplätzen, einem temporären Depot, einer Registra-tur, einem Inventarisierungsplatz, Fotolabor, Restaurieratelier, Bibliothekund einem Studier- und Vermittlungsplatz mit den ProtagonistInnen desMuseums ins Gespräch kommen. Die Dinge waren in Regalen, auf Tischenund in Vitrinen allgegenwärtig und als Zeugnisse fortlaufender Sammlungs-arbeit ständig in Bewegung. Einige waren als temporär verbleibende thema-tische Anker hervorgehoben, museologisch bearbeitet und mit Text ver-sehen. Sie sollten unter anderem die Auslöser für den Dialog zwischenBesucherInnen und Museumspersonal sein. Ausgehend von dieser Backsta-gesituation sollte ein kreativer Arbeits- und Denkprozess über die Geschich-te, die gegenwärtige Existenz und die Zukunft des Hauses in Gang gesetztwerden. Von Anfang an war daran gedacht, diesen Prozess idealerweise inRichtung Neupositionierung fortzuführen und in letzter Konsequenz aucheine Namensdebatte einzuziehen, sodass sich am Ende ein rundum neuaufgestelltes Museum mit neuem Namen herausgeschält hätte. Das Museumwollte sich als kulturhistorische Institution mit seinen Arbeitsfeldern, Ob-jekten und theoretischen Grundlagen in aller Öffentlichkeit diskutieren. DerNachdenkprozess selbst sollte im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrneh-mung während der Laufzeit des Projekts stehen.

Relativ bald nach der Formulierung der ersten Grundideen im Jahr 2006kooperierte das Museum mit einer externen ExpertInnengruppe, um vonvornherein eine Projektentwicklung zu gewährleisten, die den Bedürfnissendes oben bezeichneten Vorhabens entsprach.

Gemeinsam mit trafo.K, einem Wiener Büro, das sich mit Vermittlungs-projekten und Consulting für Museen beschäftigt, wurde ein Wechselspielvon Displays, Workshops, Diskussionsveranstaltungen und Vorträgen ent-