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Zuzana Profantová
ÖZV LXII/ 111
Das Bauen und Besiedeln jedes Ortes ist stets in gewissem Maßegleichbedeutend mit dem Anfang, dem Beginn neuen Lebens. Analogzum Beginn eines neuen Lebens sind die Errichtung der Grundmau-ern des Hauses und die Grundsteinlegung. Die Umgestaltung einesHauses zu einem imago mundi geschah durch Nachahmung des Aktesder Erschaffung der Welt.
Die rituelle Umgestaltung des Ortes nach dem Modell des Kosmoskonnte auf zwei Arten erfolgen: über die symbolische Installierungder axis mundi, die sich genau ,, in der Weltmitte“ befand, oder auchdurch ein kosmogonisches Ritual. Der im zentralen Punkt konstruier-te symbolische Quadrant wiederholte sich im Grundriss des archai-schen Dorfes in der römischen Symbolik( sog. Roma quadrata) undnach dem Grundriss der altertümlichen Dörfer und Städte, auch imBau des traditionellen Landhauses. In der traditionellen Behausungverband sich die kosmische Symbolik der Wände, des Daches unddes Fußbodens bzw. der Fenster mit der sakralen Symbolik( Eliade1994, S. 36; Legeźyńska 1996, S. 16).
Brauch und Aberglaube
Schon mit der Wahl des Ortes für den Neubau sind zahlreiche Bräucheund Aberglauben verbunden. Der Ort wurde gewöhnlich so geprüft,dass man besondere Brotlaibe buk, sie an die Stellen legte, wo dievier Winkel des Hauses stehen sollten, und sie dort eine Nacht langliegen ließ. Waren sie am anderen Tag unberührt, dann konnte mitdem Hausbau begonnen werden. Das Haus konnte nur an einem Platzstehen, wo kein gesunder Baum geschlagen werden musste, dennsonst könnten Krankheiten, Missernten, Tod eines Neugeborenen indas Haus einziehen. Das Haus durfte auch nicht an einem Ort stehen,der mit dem Tod zusammenhing- wo ein alter Friedhof war, oder wosich ein Selbstmörder erhängt hatte. Bei den östlichen Slawen wardas Anhäufeln des Baugrundes verbreitet, wobei die nackte Ehefraudes Bauern bzw. eine Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau mit offenem Haar in einen Holzpflugeingespannt wurde. So sicherte man die Gesundheit in der Familie,aber auch den Schutz des gegebenen Raumes( Varchol- Varcholová1999, S. 122).
Unter den Grundstein des Hauses pflegte man Geld, Brot, Knob-lauch oder einen geweihten Kuchen zu legen. Geld deshalb, damit das