1999, Heft 1
Chronik der Volkskunde
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baut sind und mit denen sich herrliche Obertöne fabrizieren lassen. SeineTrommelbaẞgeige erinnert an die volkstümlichen Rhythmusinstrumente derTeufelsgeigen. Faszinierend auch seine Streichinstrumente wie Steigbü-gelcello und Trichtercello bzw. Trichtergeige, die mit einem Grammophon-tonabnehmer versehen sind und auf diese Weise den Resonanzkasten über-flüssig machen.
Als eine besondere Attraktion und als Mittelpunkt dieser Ausstellung istjedoch ,, die größte Geige der Welt" anzusehen, eine riesige, begehbareDrehleier in Form einer Geige. Es handelt sich dabei wieder um ein großesBorduninstrument mit seitlichen Mitklingern, auf dem zur Eröffnung diegrazile Japanerin Akemi Takeya eine Streicherpantomime tanzte und HansTschiritsch aus dem Bauch der Geige zum Klang der Riesendrehleier seinensibirischen Obertongesang ertönen ließ.
Mit Phono- Inventionen knüpft das Österreichische Museum für Volks-kunde an vorangegangene Ausstellungen an: an das Kunst- Spiel- Zeug( 1996) mexikanischer Künstlerinnen und Künstler, dem Spielzeug aus dereigenen Sammlung gegenübergestellt wurde, um zu zeigen, wie auch inÖsterreich die Moderne primitives Glossar ::: zum Glossareintrag primitives Spielzeug zur Inspiration verwendete.Man denke nur an die Wiener Werkstätte. Aus der Reihe fiel auch dieAusstellung Werkzeug- Transformationen( 1997) des in Kärnten lebendenKünstlers Fritz Russ. Dieser junge Künstler, der altes, verrostetes bäuerli-ches Gerät zu spannenden Skulpturen zusammenschweißt, brachte zumNachdenken über die aktuelle Situation. Hans Tschiritsch's Phono- Inventio-nen wiederum erschließen uns eine alte Klangwelt auf neue Weise.
Die Ausstellungen aus der Reihe", zu denen es auch informativeKataloge gibt, sollen im Jahresrhythmus fortgeführt werden, und sind alsein Forum für die Auseinandersetzung von moderner Kunst mit der traditio-nellen Volkskultur gedacht.
Franz Grieshofer