einzelnes wie das große Blockbau- Gehöft von Măgura bei Bran, wo es übrigensauch ein kleineres regionales Freilichtmuseum gibt, mit dem typischen Herd-ofen( S. 49), oder den Dörrofen aus den Karpatenvorbergen( Dimboviîa- Tal)( S. 54), das Kelterhaus aus Bălăneşti( Kreis Groj)( S. 57), die Anke mit Rollen-zug aus Arbore im Kreis Suceava( S. 62), die elffache Tretanke von Nădăjtia( Kreis Hunedoara)( S. 65), die verschiedenen Turbinenmühlen( ähnlich denKärntner ,, Flodermühlen") aus dem Vorland der Südkarpaten( S. 80 ff.), denprachtvollen Stützelspeicher aus Cerbia( Kreis Kunedoara)( S. 93), die gehack-ten Korntruhen Rumäniens( S. 89) und 93) neben der großen Schiffsmühleaus Munteni( Kreis Vîlcea)( S. 94 ff.) und neben den wenig bekannten Wind-mühlen( z. T. mit Leinenbespannung) aus der Dobrudscha( S. 101 ff.) u. v. a.doch eigens hervorheben. An ihnen zeigt sich nämlich, daß hier durchauswichtiges und bedeutsames Vergleichsmaterial für die Volkskunde Europaseingebracht und geborgen wurde. Im Führer ist dies alles nach seinen wesent-lichen Aspekten trefflich beschrieben, sehr vieles auch abgebildet.
Eine kleine Spezialbibliographie unterrichtet über die Forschungsarbeitdieses Museums, der sogar eine eigene Publikationsreihe„ Cibinium"( seit 1966)zur Verfügung steht. Nützliche thematische Sachübersichten, ein kleines Wörter-verzeichnis zur„ Erläuterung rumänischer Ausdrücke der bäuerlichen Technik"( wir notieren daraus etwa: arie= Dreschplatz; boştinar=== Wachstrebersammler;camnită= Ofenaufbau; castǎn== Schubladkasten; grif Zeppin; rǎvarKäsereiber; şiştar Melksechter; vǎiegar= Walkmüller, Walker) und einÜbersichtsplan zum Museum beschließen den gut ausgestatteten Führer.Oskar Moser( Graz)
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Ambros J. Pfiffig, Religio etrusca. Graz, Akademische Druck- undVerlagsanstalt, 1975. Geb. Groß- Oktav, 426 Seiten, 175 Strichzeichnungenim Text. öS 420,-.
Die Etruskologie hat in rund hundert Jahren ihres Bestehens nach schwie-riger Enträtselung der Sprache jenes versunkenen Volkes manchen Disziplinenwichtige Erkenntnisse vermittelt: der Religionswissenschaft zuvorderst, derArchäologie des altitalienischen Vielvölkerraumes, seiner Substrate, Adstrateund römischer Überlagerer; manches auch einer vergleichenden Volkskundeund Kulturgeschichte alteuropäischer Hoch- und„ Volks"-Kulturen. Früh schonwußte man aus römischen Quellen von der Bedeutung etruskischen Funeral-brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag brauchtums für das Maskenwesen und für die rituellen Ursprünge des Theatersin den Tierhetzen und( allerdings nicht spezifisch etruskischen) Leichenspielenu. ä. Aber eine den gesamten Wissensbestand unserer Zeit vermittelnde, ausAutopsie der überaus vielen, ständig noch wachsenden Funde wie aus derKenntnis der überraschend reichen antiken Quellen über die Etrusker sowieaus einer durchwegs sehr distanzierten, kritisch erwägend sowie Zustimmungund Ablehnung auch begründend erwachsenen ,, Etruskischen Religions-geschichte" bildet erst dieses große Werk des Wieners A. J. Pfiffig. Erkommt von Völkerkunde und Sprachwissenschaft her und hat bereits ein großesWerk über„ Die etruskische Sprache. Versuch einer Gesamtdarstellung"( Graz1969) vorgelegt. Zudem kann er auf zahlreiche Einzeluntersuchungen in denDenkschriften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften( seit 1961)verweisen. Darunter befindet sich als eine gerade auch die Volkskunde sehranregende Studie jene über die Ritualbestimmungen auf jenen Bleitafeln imPalazzo Ducale zu Gubbio/ Umbrien, die als„ Tabulae Iguvinae" bekannt sindund vom Vf. in seiner„ Religio Iguvina"( Wien 1964) in den großen Zusammen-hang gestellt werden. Pfiffig geht es durchwegs um den Begriff des spe-zifisch ,, Etruskischen" im Rahmen einer Kulturgeschichte des Religiösen im
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