Es sind auf den Seiten 100-105 nicht weniger als 76 Filme. Aufnahmen vomBrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum sind besonders stark vertreten, vom Fasching, von den Perchten-masken ebenso wie von Nikolausumzügen. Aber auch das Wallfahrtswesenkommt zur Geltung und der Volkstanz. Die Bundesländer sind ganz unter-schiedlich stark vertreten, vermutlich deshalb, weil einzelne Länder eigeneFilmdienste besitzen, deren Leistungen nicht in diese bundesstaatliche Haupt-stelle integriert erscheinen. Es wäre, vom Fach her gesehen, notwendig, auchdiese Filmaufnahmen zu erfassen, und eine ganze Filmographie der Filmezur Volkskunde in Österreich zu erstellen.Leopold Schmidt
Reinhold Aman, Bayrisch- österreichisches Schimpfwörter-buch. Lexikon der Schimpfwörter. Psychologisch- sprachliche Einfüh-rung in das Schimpfen. Die bayrisch- österreichische Sprache. 2. verbes-serte Auflage, München 1975, Süddeutscher Verlag. 206 Seiten.
Auf die 1. Auflage dieses Schimpfwörterbuches, das man als Supplement-band zum Bayrisch- österreichischen Mundart- Wörterbuch auffassen kann, warbereits hinzuweisen. Daß das Buch so schnell die zweite Auflage erreichte,liegt wohl daran, daß es weit und breit kein Gegenstück dazu gibt, und daßnicht wenige Kenner der bayrischen Mundart offenbar gern( und vielleichtschmunzelnd) dazu greifen, um bestätigt zu finden, wie grob man sich doch indieser Mundart ausdrücken konnte und noch kann.
Das Buch ist etwas erweitert und verbessert worden, sonst aber dasgleiche geblieben, das in der Sammlung wie in der angeschlossenen Abhand-lung zeigt, wie sehr sich der Verfasser, ein gebürtiger Niederbayer, der inAmerika lebt und lehrt, mit seinem Thema beschäftigt. Er will, wie Ankündi-gungen am Schluß des Bandes zeigen, sich auch weiter damit abgeben undkündigt unter anderem für nächstes Jahr ein„ Österreichisches Schimpfwörter-buch" an. Es sind offenbar nicht zuletzt einige österreichische Buchbespre-chungen gewesen, die gegen den Titel des vorliegenden Buches Einwände er-hoben, und die nunmehr zur Schaffung dieses weiteren Bandes angeregt haben.Man wird diesen Band von unserer Seite her mit Interesse erwarten.
Leopold Schmidt
Edgar Harvolk, Das Endorfer Volksschauspiel(= Quellen undDarstellungen zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Rosenheim,Bd. VIII), 203 Seiten mit 31 Abb. Rosenheim 1974, Verlag des Histori-schen Vereins Rosenheim und Umgebung.
Da Monographien auf dem Gebiet des Volksschauspieles verhältnismäßigselten sind, muß darauf hingewiesen werden, auch wenn es sich um Disser-tationen handelt. In diesem Fall ist ein wohlbekannter Volksschauspielort inOberbayern einer solchen Dissertations- Monographie gewürdigt worden, die beiTorsten Gebhard und Leopold Kretzenbacher in München ge-arbeitet wurde. Die Veröffentlichung erfolgte in einer dafür landschaftlichzuständigen Schriftenreihe, die seit Jahrzehnten von Albert Aschl verdienst-voll geleitet wird.
Das Volksschauspiel von Endorf ist seit 1900 durch eine Aufsatzreihevon Ludwig Eid bekannt( Bayerland, 1900; auch als selbständige Broschüreerschienen, die aber in keiner Bibliothek greifbar ist), die späterhin, 1928,durch Hans Moser( Bayrischer Heimatschutz) kenntnisreich ergänzt wurde.Harvolk konnte überraschenderweise im Archiv der Endorfer Theatergesell-schaft noch bemerkenswerte Funde machen, welche diese Arbeit besondersbedeutsam erscheinen lassen. Es geht vor allem um den Fund eines Spielesvom Jüngsten Gericht, das im 18. Jahrhundert entstanden sein muß, dessen
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