Jahrgang 
78 (1975) / N.S. 29
Seite
205
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Josefa Tanos, Kindheitserinnerungen

einer alten Wenig-zellerin, 40 Seiten mit 6 Bildern, zu beziehen bei J. Tanos, A- 8254Wenigzell, Stmk., S 20,-.

Die heute über 80 Jahre alte Gründerin und jahrelange Betreuerin desin der ehemaligen Pfarrmühle untergebrachten Ortsmuseums( Heimathaus)bringt hier volkskundliche und lokalhistorische Aufzeichnungen übers Kirchen-jahr und bäuerliches Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum, einzelne erwähnenswerte Persönlichkeiten undEreignisse, Feste und Feiern, bäuerlichen Alltag, Schule und Schulzeit. Be-merkenswert sind u. a. die hier erwähnten soziologischen Verhältnisse( Austrags-bauern, Findelkinder usw.)Franz Schunko

Andreas Aberle, Wie's früher war in Tirol. Von Freiheitsheldenund Volkssängern, Herrgottschnitzern und Schwabenkindern, Badmoidlnund Bauernbadeln und von der Liebe zu Tirol. 180 Seiten, 4 Farbtafeln,etwa 90 Textbilder. Rosenheim 1975, Rosenheimer Verlagshaus AlfredFörg. DM 33,.

Die bergehohe Literatur über Tirol umfaßt unter anderem auch vielewichtige Beiträge zur Frühvolkskunde, zur Erschließung Tirols im Hinblickauf seine Volksüberlieferungen. Reisebeschreiber, Chronisten, Antiquare, Sagen-sammler haben von August Lewald bis Karl Wolf und Arthur Achleitnerin diesem Sinn gewirkt. Die Fachbibliotheken kennen diese Veröffentlichungenwie jene von Heinrich Noe oder von Ludwig Steub sehr gut, und legen immernoch die Bücher von Ludwig von Hörmann vor, wenn es um genau be-schriebene Spezialitäten geht. Bilder dazu sind nicht selten, und wenn mandie Abbildungen im Band Tirol" der Österreichisch- Ungarischen Monarchiein Wort und Bild" dazurechnet, ergibt sich ganz von selbst ein gutes Bilder-buch, beinahe eine Bild- Volkskunde.

Aberle hat wie bei seinen bisherigen Bänden von allen diesen QuellenGebrauch gemacht. Er hatte es viel leichter als Walter Zitzenbacher für dieSteiermark, denn Styriaca sind nun einmal unbekannter und versteckter alsTyrolensia. Dennoch ist die Zusammenstellung Aberles für eine größere Öffent-keit sicher eine Art von Entdeckung. Man liest heute nicht mehr so leichtnebeneinander von Volkssängern und Theriakkrämern, Schwabenkindern undKarrnerleuten, von Volksschauspielen, Kühbuben, Dienstboten und Schützen,und das vom Norden bis zum äußersten Süden des Landes im alten Sinn,auch noch bis ins Fersental hinein und sogar, wenn auch knapp, mit einemBlick nach Osttirol. Die Zusammenstellung der Texte und der Bilder ist gutund anregend, die Quellen sind angegeben. Zu einigen Autoren" werdenimmerhin auch einige biographische Notizen gegeben, nur sachlicher Kommentarergibt sich keiner. Der müßte freilich doppelt so umfangreich werden als dieserTextband, und würde daher kaum in den hübschen Rosenheimer Raritäten"erscheinen können.Leopold Schmidt

( Dankward G. Burkert), Wissenschaftliche Filme. Katalog 1974.Herausgegeben von der Bundesstaatlichen Hauptstelle für wissenschaft-liche Kinematographie. Redaktion Erika Maletschek. 302 Seiten, Wien1975. S 60,-

Die Bundesstaatliche Hauptstelle für den wissenschaftlichen Film be-treut seit vielen Jahren bereits dieses immer wichtiger werdende Gebiet undhat in Zusammenarbeit mit der Encyclopaedia Cinematographica in Göttingenauch viele Filme selbst geschaffen. Das Fachgebiet Volkskunde ist dabei nichtzu kurz gekommen. Darüber gibt jetzt dieser stattliche Katalog Auskunft, derin einer eigenen Abteilung die Filme des Gebietes Volkskunde" registriert.

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