Jahrgang 
78 (1975) / N.S. 29
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handelt hat) und der sehr häufigen Wiederkehr der Rebmesser( securis) aufmährischen Siegeln zwischen dem ausgehenden 16. und der 2. Hälfte des 18. Jahr-hunderts untersucht Frolec die Fülle der sonst noch zur Weinwirtschaftnotwendigen Gerätschaften( Sägen, randbeschlagene Spaten, Hauen, Misttrag-geräte, Butten, Preßanlagen jeweils mit sorgfältigen Detailzeichnungen,kartographischen Übersichten, Nomenklatur einschließlich der notwendigen Ver-gleichsschau- Seiher, Gebinde, Kelleranlagen nach Grundriß, Bedachung, alsGassen und Einzelbergeräume. Ein weiterer Hauptabschnitt( S. 121 ff.) wendetsich zu Rechtsfragen und Brauchtumsgeschichte Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsgeschichte um den Weinbau. Reizvoll einSiegel von Stražnice 1607, darauf ein( Wirts-?) Haus mit einem Ausg steckt"-Kranzl( S. 137). Vorgeführt wird Obrigkeitliches wie der Tractatus de juribusincorporalibus Kaiser Leopolds I. von 1679 und die Gültigkeitsbereiche wie dieVeränderungen der( Wein-) Bergrechtsbestimmungen bis 1919. An 3. Stelle,wiederum durch Umzeichnungen aus mittelalterlichen Buchmalereien reizvollillustriert, das südmährische Winzerleben und sein Brauchtumsjahr Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsjahr einschließlichdes Lied- und Spruchgutes samt Melodien. Das Gesamtwerk ist sorgfältig mitAnmerkungen, Registern und Literaturverzeichnissen ausgestattet. Aus aller-jüngster Zeit wäre für die Slowakei nachzutragen: František Kalesný,Arbeitsgeräte der Weinbauern( Ethnologia slavica IV, Bratislava- Preßburg 1972,S. 87-151). Zusätzlich ist S. 233-238 eine Zusammenfassung der wesentlichenErgebnisse in französischer Sprache gegeben. Das wird zumal auch der Ver-gleichsforschung im Bereich der Weinkulturgebiete Österreichs in den donau-und burgenländischen Zentren zugute kommen, über deren einschlägige For-schung L. Schmidt, Volkskunde von Niederösterreich, Bd. I, Horn 1966,S. 227 ff. u. S. 388 f. viel geboten hätte.

Leopold Kretzenbacher

Vera Trkovska, Česke Narodopisna Bibliografie. Tschechischevolkskundliche Bibliographie(= Zpravodaj, 1974, příloha 5), Prag 1975,Ustav pro etnografii a folkloristiku CSAV. Vervielfältigt, 136 Seiten.

Zur Internationalen Volkskundlichen Bibliographie treten in den letztenJahren immer mehr Spezialbibliographien. Auch Bibliographien zur Volkskundeeinzelner Länder kommen allmählich auf, und haben sicherlich ihren eigenenSinn und Wert.

Nun liegt auch eine derartige tschechische Bibliographie vor, die für dieJahre 1971/1972 immerhin 652 Nummeren registriert. Es sind wohl alle wesent-lichen Zeitschriften und anderen Veröffentlichungen der Tschechoslowakei erfaßt,so daß man von einem vollständigen Überblick sprechen darf, der in dreißigAbschnitte gegliedert, vorgelegt erscheint. Die Titel der einzelnen Veröffent-lichungen sind jeweils auch in deutscher Sprache angeführt, so daß die Benüt-zung erleichtert ist. Ein Verfasser- Register erschließt die fleißige Arbeit.Leopold Schmidt

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