Jahrgang 
78 (1975) / N.S. 29
Seite
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Doch der lassen sie eben im Wissen um die Gefahren von Abstraktionen unddas Schillernde der Beispielsmöglichkeiten sofort in Klammer wiederum deutschdie ,, wörtliche" Übersetzung folgen. Das bedingt manchmal ein gewisses, in derNotwendigkeit zur Prägnanz nicht vermeidbares Pressen im Stilistischen, erweistsich aber als unschätzbarer Vorteil eben im Vergleich aus, volkskundlichen odervölkerpsychologischen Gründen"( Vorwort). Zudem sind die Beispiele in derMehrzahl dem praktischen Leben, nicht der( immer stilisierenden) Literatur-sphäre eines gedruckten Schrifttums entnommen. Und auch hier wiederum istman dafür dankbar, weil sich die Umweltverschiedenheiten zwischen Mittel-europa und dem Geltungsbereich des Türkischen wesenhaft scheiden. Geradeweil wir heute, gegenwartbedingt und Historie" revidierend eine Neuorientie-rung in der Beurteilung des Türkischen bzw. seiner Sprachnation, wie sie vonsehr verschiedenartigen Substraten getragen, von mancherlei Adstraten ent-scheidend im Laufe einer langen Geschichte geprägt wurde, anstreben, um auchder historischen Leistung der Türken in weiten und dem alten Österreich- Ungarnnahen Bereichen Südosteuropas entgegen landläufigen Klischeevorstellungengerecht zu werden, ist uns diese Redensartensammlung überaus willkommenauch in der mitunter derb formulierten Unmittelbarkeit des Ausdruckes, dietiefere Einblicke in tatsächlich gesprochenes Bildwortgut vermittelt. Es wärewünschenswert, würden auch unsere anderen Nachbarn, die Italiener wie dieFriulaner, die Slawen wie die Magyaren ihr Redensartengut so mustergültiggesammelt und übersetzt vorlegen wie dies hier von Seiten der Turkologie nichtprimär philologisch", sondern eben unter sprachpsychologisch- volkskundlichenAspekten geleistet erscheint.Leopold Kretzenbacher

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Etnološki pregled Revue d'ethnologie, hrsg. v. Milovan Gavazzi, Band 12,Ljubljana 1974. Brosch. 192 Seiten, zahlr. Abb. im Text.

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Ein Großteil der Abhandlungen dieser Volkskunde- Publikation des Etno-loško društvo Jugoslavie"( Ethnolog. Ges. Jugoslawiens) ist diesmal Sloweniennach einer Fachtagung 1973 zu Otočac in Unterkrain( Dolensko) gewidmet.Dementsprechend als Einleitung im traditionellen Stil der Regional- Volkskunde,, Bilder der Volkskultur in Unterkrain" von M. Makarovič( 5-31), ver-bunden mit einer knappen Literatur- Auswahl. Br. Vlahović verfolgt( 3543)die sehr langsame Entwicklung von Wohnhaus und Wohnkultur im ärmlichen,sehr konservativ verbliebenen Nordteil von Weißkrain( Bela Krajina). P. Za b-latnik geht den Vorstellungen der Kärntner Slowenen vom Tode in Glaubeund Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum nach( 49-56), die sich wie bei allen Slawen durch dieausschließlich feminine Vorstellung des Todes( Smrt, Smrtnica als Tödin"),häufig als weiße Frau( Weiß auch als Trauerfarbe!) von den Parallelen der mitden Slowenen in Symbiose lebenden Deutschen nach Grundvorstellung undBrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum um Sterben, Begräbnis und Totenmemorie abheben. B. Gunda( Debrecen) stellt ,, Ethnographische Forschungen von Ferenc Gönczi( 1861-1948)bei den Slowenen und Kroaten in Ungarn"( 51-56) vor und würdigt damitdessen Forschungsarbeit als Lehrer im sprachlich und nationalen Mischgebietdes damaligen Ungarn zwischen Mur und Drau. Weitere auf Slowenien be-zogene Untersuchungen gehen auf das Problem der Zigeuner Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeuner in Unterkrain undihre zivilisatorisch- kulturelle Angleichung( P. Štrukelj, 57-64), auf Fragender dörflichen Nachbarschaftshilfe( M. Makarovič, 91-99), auf die Fragendes Denkmalschutzes beweglicher Zeugnisse der Volkskultur in Slowenien( G. Makarovič, 145-153), parallel zu Überlegungen über den Methoden-ansatz der Bemühungen zum Schutze speziell volkskundlich bedeutsamer Kultur-denkmäler von I. Sedaj( 135-144).- Eine zweite Gruppe von Studien befaßtsich mit Realien oder mit Grundsatzfragen zu ethnologischen Relevantem in

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