Jahrgang 
95 (1992) / N.S. 46
Seite
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Mitteilungen

,, Maria Steinwurf" in Ungarn

ÖZV XLVI/ 95

Ein kritischer Nachtrag zu Janós Szulovsky:Die Ofner Schornsteinfeger- Madonna". Zu den italienischenBeziehungen der ungarischen Marienverehrung( ÖZV XLVI/ 95, 1992, Heft 2)

Zur kritischen Anmerkung: Die ungarischen Beziehungen der Madonnavon werden unvollständig in einem einzigen Satz einer Fußnote berührt:L. Kretzenbacher: Das verletzte Kultbild. Voraussetzungen, Zeitschichtenund Aussagewandel eines abendländischen Glossar ::: zum Glossareintrag  abendländischen Legendentypus( München1977, S. 32) im Aufsatz ,, Die Ofner, Schornsteinfeger- Madonna"" von JánosSzulovsky im vorangegangenen Heft dieser Zeitschrift( ÖZV XLVI/ 95,1992, S. 173) hat die Redaktion von Leopold Kretzenbacher folgende Stel-lungnahme erhalten:

Der Sitzungsbericht München( 1977), auf den allein der Autor sichbezieht, war dazu wohl auch nicht der Ort. Wenn schon, dann hätte J.Szulovsky vermerken müssen, daß ich einen ersten größeren Aufsatz überUrsprung und Verbreitung des Bildtypus von bereits 1951, vor mehr als40 Jahren also, in Graz veröffentlicht hatte( Kretzenbacher, Leopold: Ma-ria- Steinwurf. Ikonographie, Legende und Verehrung eines verletztenKultbildes". In: Aus Archiv und Chronik 4, Graz 1951, S. 66- 83). Diedamaligen Zeitumstände mögen es erklären, daß diese Arbeit nicht weiterbekanntgeworden ist. Immerhin wäre daraus zu ersehen gewesen, daß dieerste und entscheidende Kultwelle von nicht von Ungarn, sondern nachBöhmen gegangen war und sich seine Abbildungen eher nach der Erstfilia-tion in Klattau ausrichten als unmittelbar nach. Man sollte und kann auchSekundärfiliationen feststellen und wissenschaftlich einordnen. Doch das ist fürmich nichts Wesentliches... Was aber vorzuwerfen ist, daß es unterlassen wurde,eine nicht einmal zwei Jahre zurückliegende, fachlich genau hierher gehörigeStudie von Elfriede Grabner: Maria Steinwurf" in Ungarn. Zur Verehrungeines piemontesischen Gnadenbildes im pannonischen Raum. In: Dies.: Bild-quellen zur Volksfrömmigkeit( ÖZV XLIV/ 93, 1990, S. 311 330, bes.S. 320 330), zu zitieren, die bereits viel vorwegnahm. Aber vielleicht lag derBeitrag schon Jahre in Wien. Immerhin hätte es sich bei den Korrekturen gehört,so etwas zu zitieren und nicht einfach schweigend zu übergehen! Zumindesteine redaktionelle Feststellung hätte an die Stelle der Anmerkung 26 oder in diefreibleibende 3/4 Seite 179 des Heftes der ÖZV 1992/2 gepaßt.

Die Sorgfaltspflicht der Redaktion ist hier berechtigterweise mitangespro-chen. Das Versäumnis, das wohl auch im fliegenden Wechsel" der Zeitschrif-tenredaktion zu Beginn dieses Jahres teilweise begründet sein mag, soll aufdiesem Weg im Sinne eines wissenschaftlichen Dialogs wettgemacht werden.

Klaus Beitl