Jahrgang 
95 (1992) / N.S. 46
Seite
107
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1992, Heft 1

Literatur der Volkskunde

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bietet damit für die vergleichende Hausforschung in streng historischerEinstellung nach ihren zahlreichen Detailergebnissen und dem klar geglie-derten Resümee( S. 177 179) neue und wesentliche Erkenntnisse undGrundlagen. Seine erarbeiteten Thesen können daher die Hausforschunggerade im deutsch- französischen Grenzgebiet in vieler Hinsicht anregenund fördern.

Das Buch wird sicherlich weitere Auflagen erleben, die es in der Tatverdient. Anzuregen wäre für eine solche Neuauflage, daß man vor allemfür den Außenstehenden das reiche und wertvolle Planmaterial( von ver-schiedenen Autoren) zur besseren Lesbarkeit mit einem Ziffernschlüssel fürdie verschiedenen Raumfunktionen versieht; auch die Verweise aus demText auf die Plantafeln ließen sich so präzisieren; in etlichen Fällen wärensie auch zu korrigieren. Wer dieses nützliche und aufschlußreiche Buch zurHand nimmt, wird es jedoch in seiner klaren Sachlichkeit ertragreich findenund uneingeschränkt zu schätzen wissen.

Oskar Moser

Maria KUNDEGRABER, Razvoj kočevske noše. Kočevje in Ljubljana,februar marec 1991.( Maria KUNDEGRABER, Die Entwicklung derGottscheer Tracht. Kočevje und Ljubljana, Februar März 1991.) 100Seiten, 24 Abb.

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Die Deutschen in einem weiteren Umkreis von Kočevje( Gottschee) inSüdslowenien wanderten im 14. Jahrhundert aus Oberkärnten und Osttirolhier ein als Untertanen der Grafen Ortenburg. Hier lebten sie bis zumDezember 1941. Als Slowenien im April 1941 von Deutschland, Italien undUngarn besetzt wurde und das Gebiet der Gottscheer Deutschen unteritalienische Besatzung kam, wurden diese deutschen Bewohner auf Grundeines Vertrags zwischen Hitler und Mussolini in die südliche Untersteier-mark umgesiedelt, und zwar in das Gebiet von Brežice( Rann) und Krško( Gurkfeld). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie durch die sloweni-schen Machthaber aus Jugoslawien ausgesiedelt, seither leben sie in Öster-reich, Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Im Jahre 1991 wurde in Kočevje und Ljubljana( Laibach) eine Ausstel-lung über die Entwicklung der Gottscheer Tracht eingerichtet. Das wurdenach dem April 1990 möglich, als bei den ersten demokratischen Wahlen inSlowenien nach dem Zweiten Weltkrieg die damalige Opposition siegte, diedas ganze Vertriebenenproblem und somit auch die Vertreibung der Gott-scheer Deutschen nicht mehr totschwieg, sondern eine breitere Diskussiondarüber zulieẞ. So konnte diese Ausstellung entstehen, von deren Führer hierdie Rede sein wird.