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Literatur der Volkskunde
ÖZV XLVI/ 95
tionsskizzen des Franziszäischen Grundkatasters aus der Zeit um 1825/30unbeachtet geblieben sind. Dennoch sei in dem vorliegenden Planmaterialnach Meinung des Herausgebers dank den speziellen Kenntnissen undHilfen Hugo Atzwangers eine an Vollständigkeit grenzende Erfassung derhistorischen Bestände an ländlichen Bauten erfolgt.
In den nach 24 Ortschaften von Unterplatten bis Wangen und Gießmanneinzeln aufgereihten Höfen werden diese nach den alten Hofnamen mitGebäudeart, Hofanlage und Wirtschaftsform angeführt und- offenbar jenach der seinerzeitigen Aufnahmewürdigkeit- bald mehr bald wenigerausführlich dargestellt. Dazu dient eine Art kurzes Bauprotokoll als Begleit-text zusammen mit Planzeichnungen und Photoaufnahmen. Die Höfe sinddabeiganz unterschiedlich erfaßt, mitunter nur in einem Standphoto, häufi-ger allerdings mit ausführlichen Plan-, Bild- und Detailunterlagen. Von deninsgesamt im vorliegenden Band angeführten 320 Hofstellen erscheinen aufdiese Art etwa 130 Wohngebäude(„ Feuerhäuser"), 39 Stallscheunen( ,, Fut-terhäuser") sowie auch mehrfach andere Nebengebäude wie Mühlen, Feld-stadel, Backöfen, Holzschuppen u.dgl. ausführlicher bzw. sogar ausreichendvollständig erfaßt und bearbeitet. Es handelt sich um reine Aufnahmeplänemit gestrafften Beitexten, in denen vor allem die Wohnhäuser nach ihrer„ Bauform“,„ Anlage und Raumgefüge“,„ Innenraumgestaltung“,„ Schmuck-formen" ,,, Dachbau„, und„ Bauzeit weniger die Wirtschaftsgebäude undsonstiges exakt und offenbar zuverlässig wiedergegeben und abgebildetsind. Von Interpretationen oder Vergleichen oder sonstigen Zutaten hat auchder Herausgeber neuerdings konsequent Abstand genommen. Wir habendamit ein reines Dokumentationsmaterial vorliegen, aus dem sich auch dieHausforschung erst ihre Urteile, Schlüsse und Erkenntnisse wird erarbeitenmüssen. Wer daher das ungemein vielfältige und in der Sache immer wiederwechselnde Material von Hof zu Hof durchblättert, wird sich auch in derBeurteilung des Ganzen nicht leicht tun. Der hohe und bleibende Wert alsDokumentation wird erst deutlich, wenn man sich die Mühe nimmt und dengewaltigen Korpus, der nicht zusammenhängend betextet oder erläutert ist,Seite für Seite durcharbeitet. Dazu gibt es wenige Orientierungshilfen auchin den im Anhang beigefügten Signaturangaben für Grundrisse, siebenAnlagetypen und Muster für Varianten des Südtiroler Paarhofes bzw. Ein-hofes( S. 782- 791).
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Erhebungen und Abbildungen bieten dem mit Südtirol halbwegs vertrau-ten Hausforscher, so gesehen, allerdings eine große Fülle verschiedensterund wichtiger Informationen und Unterlagen. Da sind die wechselndenPaarhofanlagen und bei Kleingütern der Zusammenbau zu sekundären„ Ein-höfen“, die Ausbildung der Hauptwohngeschosse zu typischen Küchen- Stu-ben- Wohnungen mit Seiten- oder Eckflur bei durchgehendem Mauerbau mitmannigfaltigen Erweiterungen im Raumgefüge durch Kammern, die durch-gehende Nutzung der Untergeschosse für Wirtschaftszwecke, die besonders